Doch aber was für einen Unterschied macht das?
Ob das ATC von Bordeaux (war das das zuständige ATC-Zentrum für den betroffenen Flugabschnitt und war das identisch bei Hin- und Rückflug?) nun die Mode S DAPs auswerten konnten, es ignoriert hat oder sonst was?
Hier ein Link aus dem sehr informativen und fachmännischen Airliners Forum:
http://www.skybrary.aero/index.php/Use_of_Selected_Altitude_by_ATC
Dort ist die ganze Sache mal erklärt mit dem wie und wann der Anzeigen der vom Piloten selektierten FL im ATC System und seinen Limitationen und deren Sinn im Allgemeinen.
Fakt ist, der Co-Pilot war allein im Cockpit und hätte sich m.E. bei einer Nachfrage durch den ATCler rausreden können. So hat er eben gewusst, ob überhaupt jemand auf solche Einstellungen reagiert. Piloten scheinen heutzutage zu wissen, dass ATCs in Europa im allgemeinen solche Daten empfängt und gegebenenfalls die Piloten auf die Diskrepanz über einen standardisierten Funkspruch hinweisen.
Im Forum selbst wird sogar von einigen ATClern ebenfalls bestätigt, dass sie öfter solche Meldungen Flugzeuge unterlassen, um keine Konfusion im Cockpit zu erzeugen.
Nun wie auch immer: Was ändern diese Details an der Erklärung der Ursache des Absturzes? Was wäre anders gelaufen, wenn ATC die Diskrepanz moniert hätte? Es war ja nie jemand zweites im Cockpit, der hätte eingreifen können.
Aus heutiger Sicht sind ATCler in Europa und auch die Piloten sicher sensibilisierter für das, was irgendwie entfernt etwas mit Selbstmordversuch durch Absturz zu tun haben könnte. Aber damals? Wer hätte denn die Kette weiter gesponnen, dass ein Irrer vielleicht absichtlich FL001 einstellt, um den Vogel wenn nicht jetzt so doch auf einem Folgeflug gemächlich gegen einen Berg fliegen zu lassen.
Fazit: Laut diversen Fachleuten und anderen Quellen im Netz zum Thema Mode S DAPS (siehe auch die Infos von Leser68) kann es durchaus sein, dass die Diskrepanz der selektierten Flugfläche zur freigegebenen nicht bemerkt oder ignoriert worden war. IMHO hätte es auch keinen Unterschied gemacht hinsichtlich der Ausführung des Suizids (Aber das ist ja wirklich reine Spekulation).
Desweiteren bestätigt der Zwischenbericht die Annahme, dass es sich um einen absichtlichen Crashes durch den Co-Piloten gehandelt hat. Es gibt zu mindest in den einschlägigen Foren keine anders lautende Meinung dazu. Alles andere sind Diskussionen um Details und Spekulationen darüber, ob vielleicht jemand vorher hätte eingreifen und das Drama verhindern können. Es scheint aber offensichtlich nicht so.
Spekulationen, was im Kopf des Co-Piloten vorgegangen ist, als er das und jenes gemacht hat, sind doch unerheblich, da eben nur Spekulationen. Bis jetzt ist nichts ans Tageslicht gekommen, das auf einen anderen Schluss oder Schuldingen des Unglücks verweisen würde.
Das ganze ändert sich auch nicht, wenn nun das Thema ATC weiter verfolgt wird. Die hätten nie und nimmer das Vorhaben des L. verhindern können, auch wenn sie es genau gewusst hätten.
Ob, wenn der Kapitän etwas von dem Rumgespiele am FL-Wähler mitbekommen hätte, er das Vorhaben der Tat erkannt hätte und verhindern hätte können, ist wildeste Spekulation und könnte alleinig als Drehbuch für einen Hollywood-Streifen mit Happy-End dienen. Wie gesagt, zu dem Zeitpunkt wahr ein Suizidvorhaben eines Piloten im Flug wahrscheinlich das Letzte woran jemand dachte.
Ansonsten, @Rybezahl, habe ich beim Überfliegen des Airliner-Forums nichts gefunden, was der offiziellen These der Staatsanwaltschaft widersprechen oder was etwas Auffälliges in dem genannten Zwischenbericht erwähnen würde (ausser dem was auch der Zwischenbericht selbst als Auffällig heraushebt).
Grüsse Sucram
P.S. Bin absoluter Nichtexperte zum Thema..deswegen gebe ich nur Expertenmeinung Dritter wider und die Schlüsse, die mein, hoffentlich noch gesunder, Menschenverstand daraus zieht.