Solche Scheuklappen bei Lesern des Gelben Forums?

Leserzuschrift, Freitag, 30.12.2016, 13:15 (vor 3360 Tagen) @ Monterone3668 Views

Hallo!

Die ‚Scheuklappen‘ im Betreff beziehen sich nicht auf Monterone oder Gustav Le Bon, sondern auf jene, die nie in der Sammlung lesen. Unser Wirtschaftssystem beruht auf Gewalt und Unterdrückung und darum muß die Regierung Teil der Wirtschaft sein. Würde man die Arbeiten der Debitisten lesen, dann wüßte man, daß die Goldwährung im Imperium Romanum erst mitten im Zweiten Punischen Krieg eingeführt wurde, also die Republik vorher mit nichts Heutigem vergleichbar war! Das Einzige, das die antiken Demokratien und Republiken in Bezug auf den Staat im Auge hatten, war das, daß niemals so etwas wie unsere heutigen Staaten entstehen möge! Die altgriechische Tyrannis und das persische Großkönigreich waren ihnen mahnendes Beispiel genug.

Natürlich ist es für den freien Mann die beste Strategie, sich nicht anbinden zu lassen. Aber in einer Sklavenhaltergesellschaft ist es für den Sklavenhalter ziemlich unpraktisch, wenn der Sklave frei und ungebunden ist und darum einfach weggehen könnte. Aus dem Debitismus folgt direkt, daß die Sklavenhaltung der Grund für die Seßhaftwerdung war, nicht etwa Ackerbau oder Viehzucht, nicht Bierfeste (wie ein Fernsehbiologe behauptet, obwohl der immerhin noch mutig und schlau genug ist, öffentlich zu sagen, daß die Vogelgrippe nicht per Zugvögel zu uns kommen kann, weil die in eine völlig andere Richtung ziehen als die Ströme importierten Geflügels) und schon gar nicht Frauen, die nicht weiterziehen wollten.

Die größten Scheuklappen hatte jener Schweizer auf, der von den Mosuo berichtete. Da referiert er lang und breit darüber, daß die Männer kein Geld haben, alles bis zum letzten Rappen den Frauen gehört, und dann wundert er sich darüber, daß diese Frauen von den mittellosen Männern kein Geld für Bier verlangen? Der bekam wirklich gar nichts mit. Im gleichen Stil fragt er, ob man die Gesellschaftsstruktur der Mosuo als Herrschaft der Frauen bezeichnen kann, während er auch erklärt, daß die chinesische Regierung so weit in die Gesellschaft der Mosuo hineinregiert, daß sie dort Paare zwangsverheiratete! Wie kann man so einen nur als Quelle heranziehen??? Die Wanderehe anzusprechen ist auch niemals heikel, denn in China weiß doch jeder, daß die Sextouristen zu den Mosuo gehen, daß man ein Sextourist ist, wenn man zu den Mosuo geht, und daß man, falls man kein Sextourist ist, auch nicht zu den Mosuo geht, deren Haupteinnahmequelle der Sextourismus ist. Ganz klare Sache!

Das Hauptargument gegen die Wirtschaftsweise des real-existierenden Sozialismus' ist doch, daß man nicht mit Dingen arbeiten sollte, die einem nicht gehören? Muß man sich da wirklich noch wundern, daß in einer funktionierenden Gesellschaft nur die zu Eigentum Berechtigten richtig arbeiten? Also im Matriarchat nur die Frauen? Im traditionellen Matriarchat haben Männer trotzdem ganz klare Aufgaben: jagen und kämpfen.

Auch übers Gelbe Forum kam ich zu Esther Vilars ‚Der dressierte Mann‘. Als Leser des Gelben sollte man doch längst wissen, daß sich Frauen nicht die Spur für Männer interessieren! Auch für nichts, das Männer tun.

Umgekehrt haben Männer, ob sie es zugeben oder nicht, mächtig daran zu knabbern, daß sie kein Leben geben können. Deswegen bauen Männer Maschinen. Eines Tages sollen Roboter leben! Darum kommt für manche Männer auch alles Heil aus der Technik. Brechen wir aber die Entwicklung ab und lebten wieder wie im Mittelalter, dann müßten wir das Ganze nochmal und nochmal und nochmal wiederholen bis wir endlich an unsere Grenze gestoßen sind und diese kennengelernt haben.

Auch ich fordere mehr Demokratie. Aber nicht, weil ich deren Verwirklichung für möglich hielte, sondern weil ich will, daß verstanden wird, daß sie nicht funktioniert! Dann erst gibt es Platz für etwas Neues, das sich unserer inneren Natur entsprechend entwickeln wird. Auf keinen Fall sollte es etwas Älteres sein. Das wäre schließlich etwas, das bereits bewiesen hat, daß es nicht funktioniert! Sonst wäre es gleich beibehalten worden. Für etwas Neues ist dann auch keine Reduzierung der Menschheit erforderlich, sondern eher das Gegenteil.

Taurec glaubt übrigens nicht an die Reduzierung der Menschheit weil er sich das wünschen würde, sondern weil ihm die Bibelstelle Offenbarung IX, 13-17 als Wanderlegende über Nostradamus (Centurie I/63 sowie Brief an Heinrich II) bis hin zum Lied der Linde („... wirst du finden, daß ein Drittel fehlt.“) immer wieder entgegentritt. Diese ‚Prophezeiung‘ sollte man besser nicht für bare Münze nehmen. Den Asteroideneinschlag hat übrigens Hollywood dazugedichtet. Auf den braucht man also nicht warten, denn der wird ausbleiben.

Ranma


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