U.a. Link zu einem älteren Beitrag über die Targetsalden
@ Beo2 und Orlando,
ich stelle folgenden Beitrag, welchen ich in Word bereits geschrieben habe, bevor ich Eure, von mir ebenfalls aktzeptierten Antworten lesen konnte, ein.
unter folgendem Link findet man einen sehr aufschlussreichen Beitrag zu Target und der Argumentation von Herrn Sinn.
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/03/traktoren-targetsalden-trugschlusse...
Interessant ist u.a. die erwähnte Verzinsung der Targetsalden. Mittlerweilen müssen ja für Zentralbankguthaben der Banken Zinsen gezahlt werden. Wie ich im Beitrag vorher geschrieben habe, refinanzieren sich Banken bei den Zentralbanken und erhalten hierfür Zentralbankguthaben. Für diese Refinanzierung müssen die Banken Zinsen an die Zentralbank überweisen. Werden nun die Zentralbankguthaben in das Ausland überwiesen, so erhält die EZB Zinsen für die Targetverbindlichkeiten der überweisenden Zentralbanken. Diese Zentralbanken (griechische, italienische, ...) treten also die Rendite der Refinanzierung an die EZB ab, welche diese, lt. obigem Link, weiterleitet z.B. an die Bundesbank. Die Bundesbank selbst allerdings bestraft dann die an sie angeschlossenen Banken mit einem Minuszins von 0,4 % für die dann dort entstandenen Zentralbankguthaben.
Würde der Zahlungsverkehr direkt über eine Clearingstelle erfolgen, würden sich griechische, ... Banken bei der Zentralbank refinanzieren und müssten an diese Zinsen zahlen. Ein Transfer dieser Erträge nach Deutschland würde nicht stattfinden.
Das Targetsystem zeigt auf in welchen Ländern sich Geldguthaben aufbauen und in welchen Ländern sich die hierzu verschuldeten Personen befinden. Würde man die einzelnen Zentralbanken abschaffen und die Auslandsüberweisungen direkt über die EZB laufen lassen, hätte man eine Clearingstelle, wie die bereits bestehenden innerhalb eines Landes, wobei die Refinanzierung über die EZB gehen würde.
Wie auch immer - eine direkte Verbindung zwischen Geld und Schuldner gibt es nicht, da Geld, sagen wir so - anonym ist. Insofern kann u.a. die deutsche Zentralbank auf italienische, griechische, .... Titel zugreifen, welche nicht zur Entstehung der Targetsalden, sondern zur Geldenstehung innerhalb Italien`s, Griechenland`s, ...., verwendet wurden. Doch die steigende Konkurrenz wie die Schweizer Zentralbank, Privatanleger, Fond`s, ... schläft nicht.
Dem Geld stehen Schuldner gegenüber. Doch tiefere Gedankengänge, warum diese oftmals ihre Schulden nicht mehr bedienen können und wie man es bewerkstelligen könnte, dies zu ändern, finden in den Medien und Foren kaum statt. Doch gerade hier liegt das Grundübel unseres Wirtschaftssystems verborgen. Damit mehr Geld (Gewinn und Ersatz für`s Sparen) in einem intakten Wirtschaftskreislauf (BIP) entstehen kann, werden weitere Schuldner benötigt. Doch woher nehmen, wenn sich überwiegend die Guthaben und Sicherheiten in den Händen weniger befinden, welche sich nicht verschulden müssen, damit sie ihre Bedürfnisse decken können. Sollten wir vielleicht froh darüber sein, dass sich der griechische Staat verschuldet hat und so zur Gewinnentstehung innerhalb unserer Betriebe beitrug?