Geldverkehr verglichen mit Autoverkehr
Erneuter Dank an den universalgelehrten Spezialisten!
Der Hintergrund meiner Frage war, dass ich mir (abermals zugegeben: als Laie) Gedanken mache, wie das "Geldwesen" so geordnet werden könnte, dass stabile und intern faire menschliche Wirtschaftsgemeinschaften gebildet werden könnten, u.z. auch mit großen Teilnehmerzahlen (im 100-Millionenbereich). Im Augenblick muss man die Geldsysteme wohl überwiegend als Ausbeutungs- und Machtausübungsinstrumente ansehen.
Lässt man einmal die Geldschöpfung beiseite und nimmt (theoretisch/fiktiv) an, dass es eine Art 'längerfristig' werthaltiges Geld gäbe, könnte man sich dann ein reines Zahlungsverkehrssystem vorstellen, das zwei Dinge leisten würde: Geld wird überwiesen und Geld wird (evtl. fristgebunden) aufbewahrt. Wir haben dann die Situation wie im Autoverkehr: Autos fahren hin und her (=Überweisung; kostet Kraftstoff!), und wenn sie nicht fahren, werden sie irgendwo geparkt (Konto im Plus, Parkgebühren in der Stadt, aber auch Zuhause durch Kauf/Bau eines Abstellplatzes).
Hinter dieser Frage steht die nächste: könnte ein solches Zahlungsverkehrssystem als Leistung "des Staates" konstruiert, aufgebaut und getragen werden? Es wäre dann eine Teilaufgabe bzw. -leistung der 'res publica', also eines Gemeinwesens. In Deinem Beitrag klingt allerdings an, dass es auch privatwirtschaftlich geführt werden könnte, wenn eben eine AUFSICHT mit Sanktionsmöglichkeiten existierte und die Privaten sich (schon aus Eigeninteresse) an gewisse Regeln halten.
Hierzu diene wieder der Vergleich mit dem Straßenverkehrssystem: es ist eine öffentliche und gemeinschaftliche Leistung. Ich stelle mir manchmal die Frage, ob es geschichtlich gesehen hätte aufgebaut werden können ohne einen starken und interessierten Staat (wobei ich sehr wohl weiß, dass 'der Staat" hier in Kommunen und Regionen differenziert werden muss; und es waren auch hier immer mal wieder starke privatwirtschaftliche Akteure beteiligt).
Ich komme für mich zur Auffassung, dass rein der Zahlungsverkehr ohne allzu großen Aufwand (Straßenbau ist hier viel aufwändiger!) heute perfekt geregelt werden könnte, d.h. auch inklusive Sicherheitssysteme (wie man sie ja auch im Straßenbau kennt ...). Ich bitte, mich ggfs. aber zu korrigieren. Die Frage, ob Bargeld, E-Geld etc. ist sekundär und wird in der Straßenverkehrszulassungsverordung geregelt ... Wenn ein derartiges Zahlungsverkehrssystem gebaut und unterhalten werden könnte, dann reduzierte sich die Frage nach dem Geldsystem dann nur noch auf die Frage: wie kommt der Teilnehmer am Verkehrssystem zu einem Fahrzeug.
Vielleicht hilft aber auch hier der Vergleich zum Straßenverkehr ein wenig zumindest weiter - und da denke ich nicht nur an den Technischen Überwachungsverein und an die Erteilung von Führerscheinen ...
MfG, und eine gute neue Woche wünschend,
Weiner