Weitgehend sehr treffliche Replik, Schneider!

Nonpopulo, Donnerstag, 19.05.2016, 22:53 (vor 3556 Tagen) @ trosinette2467 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 19.05.2016, 22:58

Ich würde sagen, dass mit dem Erwachen einer gewissen Bewusstseinsebene
(Selbstreflexion, Ahnung von Zeit und Vergänglichkeit, erste Grablegungen
vor ca. 100.000 Jahren usw.) auch der spirituelle und religiöse Eiertanz
und metaphysische Vorstellungen (Escape to Fantasy) ihren Anfang nahmen und
auf dieser Bewusstseinsebene Emotionen nicht grundsätzlich als OK
empfunden wurden. Im Wechselspiel mit den Naturgewalten hätte der
Vormals-Mensch auf gewisse Ängste möglicherweise auch gerne verzichtet.
Bei einigen ist die Bewusstwerdung heute soweit fortgeschritten, dass sie
sich sogar in der beschissensten aller möglichen Welten wähnen und gar
nichts mehr ok ist.

Was vor dem Erwachen dieser Bewusstseinsstufe mit dem Vor-Vormals-Menschen
los war, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Gerhardt Bott flüchtet
sich, wenn ich mich recht entsinne, in diesem Zusammenhang frühzeitig in
der Begriff der chemotaktischen Programmierung. Mit der chemotaktischen
Programmierung ist dann alles und nichts gesagt. Ich bezweifle aber, dass
diese chemotaktische Programmierung eine Unterroutine enthält, die es dem
Vor-Vormals-Menschen überhaupt ermöglichte über seine Emotionen zu
urteilen und er somit natürlich auch freischwebend Geistiges nicht kannte
bzw. nicht nötig hatte.

Da bin ich absolut einig mit dir und bestaune einmal mehr deinen vorzüglichen sprachlichen Ausdruck!

> Ich hege den Verdacht, dass „escape to fantasy“ vollkommen out und
[quote]"escape to materialism" hip ist.
[/quote]

Hier möchte ich insofern insistieren, als dass ich Materialismus und Hirngespinstereien als zwei in keiner Hinsicht miteinander verknüpfte Dinge betrachte. Es gibt die Asketen unter den Spirituellen genauso wie die kompletten Materialisten.

Die spirituellen Welterklärer bilden in meinen Augen sowieso nur die traurige Spitze des Eisberges. Die weitverbreitete Annahme, dass Probleme, seien sie politischer oder persönlicher Natur, sich durch Vernunft, Bildung und Bewusstseinsentwicklung lösen lassen finde ich schon abgehoben genug, um sie als geistig freischwebend zu bezeichnen. Der Mensch ist und bleibt ein Tier und der Weg aus der Falle der destruktiven Moralität, in der wir stecken, führt nicht daran vorbei, das Tierische in uns und anderen wieder wahrzunehmen und wertzuschätzen.

Nach meiner Erfahrung tendiert das Ausmaß
[quote]an freischwebenden Geist in unserer Gesellschaft eher gegen null. Was nach
deiner Erfahrung heißen würde, das die da draußen emotional zunehmend
befreit sind. Das kann ja auch durchaus sein. Wenn man geil ist, grabscht
man emotional vollkommen unblockiert neuerdings einfach die Weiber an.
[/quote]

Wenn eine Gruppe Männchen überpopularisiert und unterbevorteilt und zudem ihre sexuelle Energie aufgrund von moralischem und gesellschaftlichem Zwang lange unterdrückt worden ist und gleichzeitig Weibchen sich ihnen gegenüber paarungsbereit darstellen, es aber in Bezug auf sie gar nicht sind, was anderes soll dabei herauskommen? Das ist doch ganz normale, tierisch-menschliche Logik.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby


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