Erkenntniswelten

nemo, Samstag, 14.05.2016, 11:28 (vor 3561 Tagen) @ Falkenauge3527 Views
bearbeitet von nemo, Samstag, 14.05.2016, 11:39

Der Bewertung solcher Ergebnisse der Neurowissenschaft über Dinge, die
mit Erkenntnis zusammenhängen, muss also eine Erkenntniswissenschaft
vorausgehen, die den Erkenntnisprozess selbst zum Gegenstand macht und
diesen voraussetzungslos untersucht, also eine Wissenschaft der Erkenntnis
der Erkenntnis.


Ja, der Erkenntnisprozess selbst ist der Schlüssel. Folgt man diesem konsequent,
dann landet man zwangsläufig bei sich selbst, so wie es die Quantenphysiker
seit Max Planck formuliert haben.

Der Dalai Lama hat es so formuliert: „Es kann keinen Frieden im Außen geben,
solange es keinen Frieden im Inneren gibt.“

Dasselbe kann man auch auf das Bewusstsein übertragen. „Es gibt keine
Erkenntnis im Außen, solange es keine Selbsterkenntnis gibt.“

Die Frage, wie man Selbsterkenntnis erlangt, kann die Wissenschaft nicht
beantworten – ja sie stellt diese Frage nicht einmal. Um diese Frage zu
beantworten, müsste der Mensch zuerst feststellen, dass er sich nicht kennt,
oder nur zu einem sehr kleinen Teil. Wie Carl Gustav Jung erkannte, tut der
Mensch alles, um sich nicht zu erkennen. Aus dieser Weigerung heraus
entsteht das Unbewusste. Das Unbewusste kann sich nicht selbst
erforschen. [[zwinker]]

Das Unbewusste kann nur so tun, als würde es sich selbst erforschen.
Dabei bemerkt es nicht einmal, dass es nur so tut und zur Wahrheit
oder Wirksamkeit der Bewusstseinsinhalte nicht einmal vordringt.

Es ist eine Tragikomödie mit epischen Ausmaßen, dass der Mensch
seine Gehirnströme misst, um herauszufinden wie das Bewusstsein
funktioniert, während die Welt um ihn herum in Flammen steht.

„Die Dinge sind fortan ohne Inhalte“
Jean Baudrillard

Gruß
nemo


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