Nichts existiert für sich allein
Echt jetzt? Du meinst die Vormals-Menschen hätten sich mit
Spiritualität, Religion und dergleichen beschäftigt? Das wäre ja sehr
traurig.
Wir müssen doch gar nicht wild herum spekulieren, in welchen sogenannten spirituellen Scheinwelten
die Vormenschen gelebt haben. Das Leben der Indianer Nord- und Südamerikas ist gut dokumentiert.
Doch da sehe ich keine spirituellen oder primitiven Scheinwelten. Der Realismus dieser indigenen
Volksgruppen übertrifft den unserer westlichen Zivilisation um das Hundertfache. Vor allem in einem
Punkt wussten die Indianer besser Bescheid: Alles ist mit allem verbunden. Der Mensch mit der
Welt – das Leben mit dem Tod. Jedes Ding ist mit einem anderen verbunden. Nichts existiert für sich allein.
Dieses Wissen der großen Zusammenhänge ist bedeutungsvoller und wahrer, als das Wissen über
Einzeldinge, die ohne ihre Beziehung zu anderen Dingen betrachtet werden und damit ihre Bedeutung
verlieren.
Das ist letztlich auch die Aussage der Quantenphysik, dass die Dinge nicht einzeln betrachtet werden
können, weil alles in einem Zusammenhang existiert. Allein diese Tatsache wird von den Materialisten
ad absurdum geführt, wenn sie „glauben“, dass sich zufällig im Gehirn eines Primaten auf einem
Planeten Intelligenz und Bewusstsein entwickelt hätte.
Das was Du als spirituelle Scheinwelten darstellst, ist in Wahrheit nur das Wissen um diese
Zusammenhänge. Und dieses ist dem westlichen Zivilisationsmenschen praktisch abhanden
gekommen. Daher seine große Verwirrung.
Kaum einer hat das besser formuliert als Carlos Castaneda:
„Die Gedanken, die in deinem Kopf herum kreisen, sind nicht deine eigenen Gedanken. Sie sind ein
Produkt deiner Sozialisierung. Das sich immer wiederholende Denken führt zur Fixierung.
Wir wurden konditioniert, zu glauben, dass unsere Gedanken real sind und uns definieren.
Aber ist das so?
Hinterfrage deine Gedanken, war das, was Don Juan mir vor 30 Jahren geraten hat.
Noch heute ist dies ein großartiger Ratschlag.“
Gruß
nemo