QM und der Dalai Lama
Der Bewertung solcher Ergebnisse der Neurowissenschaft über Dinge, die
mit Erkenntnis zusammenhängen, muss also eine Erkenntniswissenschaft
vorausgehen, die den Erkenntnisprozess selbst zum Gegenstand macht und
diesen voraussetzungslos untersucht, also eine Wissenschaft der
Erkenntnis
der Erkenntnis.
Ja, der Erkenntnisprozess selbst ist der Schlüssel. Folgt man diesem
konsequent,
dann landet man zwangsläufig bei sich selbst, so wie es die
Quantenphysiker
seit Max Planck formuliert haben.Der Dalai Lama hat es so formuliert: „Es kann keinen Frieden im Außen
geben,
solange es keinen Frieden im Inneren gibt.“
Erstens gibt es diametral gegensätzliche Interpretationen der QM und zweitens hält der Dalai Lama gar nix von jener Quanten-Esoterik, die den Indeterminismus postuliert. So etwas absurdes hat es in der gesamten Geschichte der Physik noch niemals gegeben. Der Dalai Lama hat ihnen empfohlen, nochmals genauer hinzusehen. Dies zu Deiner Info, Nemo.
Dasselbe kann man auch auf das Bewusstsein übertragen. „Es gibt keine
Erkenntnis im Außen, solange es keine Selbsterkenntnis gibt.“Die Frage, wie man Selbsterkenntnis erlangt, kann die Wissenschaft nicht
beantworten – ja sie stellt diese Frage nicht einmal. Um diese Frage zubeantworten, müsste der Mensch zuerst feststellen, dass er sich nicht
kennt,
oder nur zu einem sehr kleinen Teil. Wie Carl Gustav Jung erkannte, tut
der
Mensch alles, um sich nicht zu erkennen. Aus dieser Weigerung heraus
entsteht das Unbewusste. Das Unbewusste kann sich nicht selbst
erforschen.![]()
Das Unbewusste entsteht seit eh und je und wär längst vor der Reflexion da. Jeder Mensch funktioniert weitestgehend unbewusst. Hättest Du nicht gelernt, was für Organe unbewusst in Deinem Körper funktionieren, hättest Du nicht den Hauch einer Ahnung davon. Und auch so hast Du nur ein grobes Abbild davon, wie die Organe funktionieren und was sie genau tun. Was hier im Detail vor sich geht, wissen wir nicht.
Das Unbewusste kann nur so tun, als würde es sich selbst erforschen.
Dabei bemerkt es nicht einmal, dass es nur so tut und zur Wahrheit
oder Wirksamkeit der Bewusstseinsinhalte nicht einmal vordringt.Es ist eine Tragikomödie mit epischen Ausmaßen, dass der Mensch
seine Gehirnströme misst, um herauszufinden wie das Bewusstsein
funktioniert, während die Welt um ihn herum in Flammen steht.
Noch tragikomischer ist es, über Bewusstsein dozieren zu wollen, ohne die Wissenschaft zu beachten. Zum Glück bauen solche Leute keine Autos.
„Die Dinge sind fortan ohne Inhalte“
Jean Baudrillard
Ja, insbesondere Baudrillards Schriften.
Gruß
nemo
Grüsse, Zara