Nahtod

Zarathustra, Sonntag, 01.05.2016, 12:02 (vor 3575 Tagen) @ nereus4098 Views
bearbeitet von Zarathustra, Sonntag, 01.05.2016, 12:06

Hallo Zara!

Hallo nereus!!

Du schreibst: Nein, mir geht es nicht so. Eine unendliche,
mehrdimensionale Ursache-/Wirkungskette ist aus meiner Sicht zwar
hundertprozentig deterministisch, aber eben kein Plan, sondern Physik.

Was ist denn bitte Physik?

Ja, ich hätte besser 'Naturgesetze' schreiben sollen.

Physik ist ein Fachbereich, mit dem wir Menschen uns die Welt erklären,
die ohne unser Zutun existiert. Wir wollen verstehen, warum die Dinge so
sind, wie sie sind.
Mit Hilfe der Physik können wir diese Wirklichkeit modellhaft abbilden
und sogar Nutzen daraus ziehen, um uns z.B. in die Lüfte zu erheben weil
wir keine Flügel haben.
Aber das war‘s dann auch schon mit der Physik.
Sie erklärt nicht, wie die Welt entstand, auch wenn ein paar Unentwegte
permanent meinen, es zu wissen.

Die Physik erklärt nicht, wie die Welt entstand, denn aus nichts kann niemals etwas entstehen.
Nur die Religion 'erklärt' dieses creatio ex nihilo. Fiat Lux und dergleichen Schauermärchen.

Wenn dies alles ein Plan ist, dann ein ziemlich perfider, wie
Schopenhauer überzeugend dargelegt hat. Edit: Der Glaube an einen derart
teuflischen Plan ist einfach absurd; und diesen dann auch noch als
intelligent zu bezeichnen und sich dafür zu bedanken, ist noch absurder
und an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

Nichts gegen Herrn Schopenhauer, aber davon auszugehen, daß menschlicher
Geist das Optimum im Kosmos sein soll, ist doch ziemlich schräg.

Das behauptet doch niemand. Der gesunde schopenhauersche Menschenverstand zeigt lediglich auf, dass dieses perfide Design niemals das Werk einer allweisen, allgütigen Intelligenz sein kann. Nur eine leidensfreie Welt könnte eine solche Welt sein.

Ja, weil sich dies gegenseitig ausschliesst. Der Wille konstituiert
sich aus determinierten Ursachen und zeitigt determinierte Wirkungen, und
demzufolge kann er unmöglich frei (unabhängig) sein.

Leider falsch!
In einer definierten Umgebung und im Rahmen einer definierten BANDBREITE
können sehr wohl unterschiedliche Wirkungen auftreten, so wie z.B. sich
Menschen und Tiere an veränderte Umgebungen anpassen können. Diese
Möglichkeiten sind bereits im Bauplan vorhanden.

Leider falsch. Eine determinierte Welt besteht nicht aus Möglichkeiten. In einer determinierten Welt gibt es keine kontingenten Ereignisse, sondern nur die einzig möglichen. Alles andere sind inexistente, gedachte Welten, aber eben keine realen. Du hast nicht zwei oder unzählige mögliche Lebensläufe, sondern nur den einen, den einzig möglichen.

Genauso könnte ich willentlich den Münzwurf im Labor so bewerkstelligen,
daß die Münze immer auf Zahl fällt.

Und?

Es ist aber nicht möglich aus einem Fisch einen Wolf werden zu lassen,
der dann wieder zum ganz großen Säugetier mutiert oder dass einer Echse
Flügel wachsen und die dann ihre Schuppen gegen ein Federkleid tauscht.
Das ist Kindergarten, wenn auch derzeitig gerade ein sehr beliebter.

Es war aber möglich, willentlich aus einem Wolf einen Dackel werden zu lassen, weil man es wollte. Man tut halt, was man kann (wollen muss).


Was ewig ist und ewig läuft, kann schwerlich geplant sein. Es fehlt
schlicht der Zeitpunkt für diesen Generalplan.

Dann frag mal bei den Nahtoderfahrenen genauer nach.
Die berichten von einer noch nie zuvor erlebten Gleichzeitigkeit, die mit
irdischen Maßstäben nicht vergleichbar ist. Wenn man davon ausgeht, daß
diese Leute nicht alle schwindeln, muß man auch nichtirdische Dimensionen
für denkbar halten.

Frag' mal nach beim Hirnforscher und Deterministen Gerhard Roth. Der hatte selbst so ein Erlebnis und benötigt für dessen Erklärung keine Religion und keine Eso-Stories.


Grüsse, Zara


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