Weißt Du, was für mich das Schlimmste zu Beginn der Selbständigkeit war?
... das war die gähnende Leere, die sich auf einmal aufgetan hat.
- kein Telefonanruf
- der Email-Eingang leer
- kein hektisches Suchen nach einem Termin
Ich bin nun fast 20 Jahre in der Branche und hatte in meiner Ex-Firma die Position eines Jokers. Ich kam häufig in ein Projekt, das eskaliert war, um in meinem Fachbereich die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Je nach Situation war ich einerseits ein viel gefragter Spezialist, andererseits ein gesuchter Generalist.
In meiner Firma hatte ich ein großes Netzwerk. Bei meinen Kollegen und Kunden war ich ein begehrter Mann. Durch die Vermittlung meiner Kollegen wurde ich bei vielen Kunden positioniert und konnte dort mein Können unter Beweis stellen.
Das gab es nun nicht mehr. Nun war ich von heute auf morgen auf mich allein gestellt und stehe am Markt auf der gleichen Stufe, wie ein blutjunger Anfänger. Mich kennt ja niemand.
Das Netzwerk besteht nun nur noch zu früheren Kunden und Kollegen, die meinen Ex-Arbeitgeber verlassen haben. Davon kann ich zur Zeit gut leben, aber mich juckt es einfach, auf eigene Faust neue Kunden zu akquirieren. Wahrscheinlich muss ich nur Geduld haben. Meine Lebenserfahrung zeigt mir, wenn man erst einmal einen weitreichenden Schritt gewagt hat und die Weichen in eine andere Richtung gestellt hat, dann öffnen sich auf einmal Türen, die man nicht gesehen hat. Außerdem vertraue ich Gott, dass er mir zur richtigen Zeit Chancen eröffnet. Mein Vater sagte immer: "Man kann eine Chance einfacher erlauern als erlaufen."
Gruß Plancius
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Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.