Meine Klientel ist der Mittelstand

Plancius, Mittwoch, 20.01.2016, 19:15 (vor 3670 Tagen) @ CrisisMaven3809 Views

Vielen Dank für Deine Antwort @CM.

Wenn ich bedenke, auf wie vielen Gebieten Du mit qualitativ hochwertigen Beiträgen bewandert bist - Atomenergie, Gesundheit, jetzt SAP - und wie ausführlich Deine Beiträge sind, dann frage ich mich auch manchmal, ob nicht hinter Deinem Nick doch mehrere Personen stecken.

Ich muss Dir in vielen Punkten Recht geben. Du bist ein guter Kenner der Materie. Nur bewege ich mich in einer anderen Klientel. Deine Aussagen treffen auf den gehobenen Mittelstand und Großunternehmen zu. Einer meiner Kunden besteht nur aus 3 Personen. Die Firma residiert in einer 3-Zimmer-Plattenbauwohnung, wo der SAP-Server unter dem Schreibtisch des Chefs steht.

Vorsicht bei eigengenutzter Immobilie - die kann auch dann zum
Betriebsvermoegen gehoeren, wenn man formal an die GmbH vermietet. Ist
kompliziert und vom Einzelfall abhaengig, aber Ein-Mann-GmbHs (ich vermute,
darum handelt es sich), sind so eine Sache ...

Ja das ist bei mir der Fall. Habe ich leider auch keinen Rat vom Steuerberater bekommen.

In der Regel nimmt man ein oder mehrere Kunden seines Arbeitgebers mit


Aber nur, wenn der Arbeitgeber doof war und sich das nicht abbedungen
hatte im Arbeitsvertrag. (Wofuer er allerdings dann auch "Abstand" zahlen
muss analog Handelsvertreterrecht, weshalb das oft zahnlos bleibt, viele
aber dennoch aus Unwissenheit abschreckt.)

Die Mitnahme und das Abwerben von Kunden ist überall im Dienstleistungssektor mit hoher persönlicher Bindung der Fall. Siehe Friseur, Arzt, Anwalt, wenn sie sich selbständig machen. In meiner Firma ist mal eine ganze Abteilung gegangen und hat die Kunden mitgenommen, ein anderes mal ein ganzer Standort. Sie sind mit dem Geschäftsstellenleiter zur Konkurrenz übergelaufen, die eben mehr geboten hat, Kunden natürlich inclusive. Da wird auch nichts bezahlt und abgegolten.
In meiner Branche ist es üblich, dass der Ex-Arbeitgeber ein Jahresgehalt für den Kundenschutz zahlt. Habe ich aber erstmal in einem Fall gehört, dass gezahlt wurde. Da kann man natürlich auch mit einem schönen Polster in die Selbständigkeit gehen.

Mein Ziel war es, dass ich mich als Spezialist und Lösungsanbieter in

einer Nische für SAP Software positioniere und meine Aufträge primär
über das Internet generiere.

M.E. fataler Irrtum: dass naemlich ein Grosskunde wie Nestle, Daimler,
RWE, Deutsche Bank, das Internet bemuehen, um ueber Stichworte potentielle
Projektanbieter zu suchen. Dafuer bemueht der Zentraleinkauf einige wenige
"gelistete" Agencies, s.o.

Das stimmt für Großkunden. Meine Klientel ist jedoch der kleinere bis mittlere Mittelstand. Da gibt es einen IT-Leiter, 1-2 Netzwerkadministratoren und 1-3 SAP Betreuer. Hier ist der IT-Leiter an einer langen, dauerhaften persönlichen Beziehung mit dem SAP Berater/Entwickler interessiert. Der IT-Leiter ist in vielen Fällen auch flexibel und offen für Neues, insbesondere weil die Budgets oft sehr begrenzt sind, aber die Anforderungen die gleichen sind wie in einem Großunternehmen.

Bis heute habe ich keinen einzigen Backlink generiert


Sprich: Du hast nicht mal woanders kommentiert? Straefliche
Vernachlaessigung!

Meine eigenen Backlinks zähle ich nicht. Ich bin davon ausgegangen, dass ich auch mal einen anonymen Backlink erhalte.

Richtig - oder Du laesst Dich SAP-zertifizieren. Stell' Dir mal
vor, der gesamte Ersatzteilnachschub bei VW stuende still, wegen Deines
fehlerhaften Add-Ons. Und: das Add-On muss vom ISO-zertifizierten
Lieferanten stammen. Die Katze beisst sich in den Schwanz.

Meine Lösung greift nicht in den SAP Kern ein, sondern greift nur lesend auf die Datenbank zu und ist außen angeflanscht. Somit ist das Risiko begrenzt.
Ich spekuliere zu Beginn auch auf den risikofreudigen IT-Chef im Mittelstand, der nicht alles individuell entwickelt haben will, sondern auf vorgefertigte Templates setzt. Nichts mehr ist mein Produkt auch.
Ich kenne einen IT-Chef, der bei jeder Anforderung erst mal googelt, ob es da nicht schon was ähnliches gibt. Und wenn er eine simple Datenübernahme von FI-Belegen aus Indien von einem no-name Entwickler einsetzt.
Solche Entscheider sind vorerst meine Klientel, wenn es in der riesigen SAP Welt in DACH nur einige davon gibt, ist mir Genüge getan.

--
Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.


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