Staatskonserven
Das meiste, das die Gegenwart verändern würde, wird abgelehnt.
Ein solches Weltbild ist meiner Meinung nach ein neokonservatives.
Geschichtlich betrachtet müsste ja der Konservative eigentlich feststellen, dass er letztlich immer auf verlorenem Posten kämpft.
So ein Glanzmoment war, als Merkel in einer Talkshow zur Ablehnung Homo-Ehe befragt wurde: Is nicht, wegen ist nicht.
(Aber-)Glaube scheint diese Position irgendwie erträglicher zu machen bzw. dafür zu disponieren.
Es gibt aber immer noch starke Kräfte, die an den Nationalstaat glauben,
sowohl in
Europa, aber auch was den Nahen Osten anbelangt, Kurdistan, etc.
Es gibt auch viele Kräfte die an Gott glauben, trotzdem wurde er dadurch nicht real.
Van Creveld legt ja dar, dass trotz allen Willens in erster Linie systemische Faktoren gegen den Nationalstaat sprechen. Darunter vor allem wirtschaftliche.
Gegen TTIP habe ich selbst beispielsweise lediglich ideologisch-politische Gründe vorzubringen. Aber das ist OK.
Kultur kann nur da entstehen, wo bewusst unwirtschaftlich gehandelt wird. Ob man sich nun einen Nationalstaat oder das Reinheitsgebot leisten will, oder beides, müssen die Völker selbst ausmachen.
Van Creveld:
Diese Technologien haben es nun wiederum möglich gemacht, dass nicht nur
Informationen, sondern auch Gelder und Menschen in einem Ausmaß und mit
einer Geschwindigkeit die Staatsgrenzen überschreiten, dass sie sich allen
Versuchen, sie zu kontrollieren, entziehen; vielleicht kann man sagen,
dass die beiden Faktoren, die am meisten zum Zusammenbruch der sogenannten
Deutschen Demokratischen Republik beigetragen haben, das Verlangen der
Menschen nach der D-Mark einerseits und das westdeutsche Fernsehen
andererseits waren. Auch haben diese Techniken es privaten,
nichtstaatlichen Körperschaften ermöglicht, sich zusammenzufinden und im
globalen Maßstab zu fusionieren.
Die Bewohner würden sich zurecht als ungerecht behandelt fühlen und so böte sich dort der ideale Nährboden zur Aufzucht von Terroristen.
Und wenn man sie trotzdem loswerden wöllte... dann sind wir wieder beim Unaussprechlichen. Und er spricht es ja auch nicht aus.
Das zeigt, dass Analysen einfacher zu machen sind als Lösungsvorschläge
(da bin ich ein gebranntes Kind).
Das hat ja ein Herr Marx ähnlich hinter sich. Analytisch nach wie vor wichtig, auch wenn ihm in Sachen Geldtheorie hier sicher stark widersprochen wird
Vermutlich wird man eine neue Kategorisierung der Migranten vornehmen
müssen und eine Kategorie "Wirtschaftsmigranten" schaffen, die dann nach
der Migration deutlich mehr Freiheit hätten, sich dafür aber vorher
"qualifizieren" müssten - z.B. vor der Migration minimale Sprachkenntnisse vorweisen, etc.
Und der Rest?
Was machen wir mit deren Menschenrechten?
Was ich aber glaube, ist, dass Entsolidarisierung mit Schwachen, z.B.
Flüchtlingen, ebenso zur Entsolidarisierung mit anderen Schwachen, Alten,
Kranken, Alleinerziehenden, etc. führt, was gerade bei einer ungünstigen
Pyramide fatal wäre.
Mal sehr provokativ: Wäre das fatal?
Es scheint ja zumindest nicht automatisch zur offenen gesellschaftlichen Entsolidarisierung zu führen.
Im Gegenteil, die verblieben Schäfchen rückten dafür sogar solidarisch im Luftschutzkeller zusammen.
Würde, wäre flächendeckend bekannt gewesen, dass Hitler nach dem Krieg 1/3 der Bevölkerung loswerden wollte (genaue Rede Hitlers leider nicht mehr bekannt), ein Aufstand losgebrochen sein? Oder wären nicht alle noch ein Stück enger zusammengerückt und hätten noch auf die Andenken derer getreten, die aus ihrer Mitte fortgenommen worden wären?
Wir stehen in jedem Fall vor epochalen Entscheidungen.