Bin nicht weit weg von Deiner Position
Vor allen Denkansätzen für eine Zukunft, muss man den Ansturm stoppen.
Dazu ist jede Ausrede recht.
Man kann nicht seine Fundamente untergraben. Menschenrechte gehören dazu.
Erfolgsmodell Gazastreifen? Eine infantile Vorstellung.
Sollten wir aber so klug sein, allen Ausreden den Boden zu entziehen,
bleibt welche Wahl?
Ein positives Selektionskriterium einführen, um den "Wirtschaftsflüchtling"
anzuerkennen.
Der jetzige Verrat am eigenen System kann nicht aufrechterhalten werden, vergleich,
was mit der Sowjetunion geschah, die war meilenweit von ihren Standards entfernt.
Was ich damit meine:
Man kann nicht Ansprüche auf Asylverfahren als Konsequenz von Menschenrechten vorsehen, dann
aber mit allen schmutzigen Tricks verhindern, dass die Anlaufstellen erreicht werden.
Besser wäre ohnehin, den Ansturm zu akzeptieren, dann aber die Wahl zu lassen, als welche Sorte
Migrant man sich sieht: "Fachkraft", "Wirtschafts-/Existenzflüchtling", "Kriegsflüchtling"
oder "politisch Verfolgter/Asylsuchender".
Solche Kategorien gibt es bereits, aber man sollte eine positive Selektion betreiben, also ein
"Wirtschaftsflüchtling" müsste Qualifikationen erreichen.
Im Heinsohn'schen Jargon hiesse dies "Perspektiven schaffen".
Dahin ist es aber noch weit, haben doch sogar viele EU-Bürger schlechte Perspektiven.
Der Umwälzprozess müsste also gewaltig sein. Die deflationäre Tendenz des Kapitalismus müsste
verstanden werden und damit die Möglichkeiten negativer Kopfsteuern für jeden. Ist wohl zu utopisch.
Heinsohn hat auch längst einen Lösungsvorschlag parat und schlägt
jedem unter 40 vor, nach Amerika auszuwandern.
Ausgerechnet Amerika? Nein, wir werden in Europa eine sichere Zone für
Europäer bekommen - und die Schweiz wird das Zentrum sein. Das steht
nirgendwo, sondern ist meine Erwartung nachdem ich Nord- und Südamerika
kennen gelernt habe.
Ausgerechnet die Schweiz, die nach Luxemburg eine Immigrationshochburg ist? Du lachst,
aber ich denk gar nicht viel anders als Du, denke aber es werden Ideen aus der Schweiz
sein, die übernommen werden. Die Schweiz ist ein europäischer Mikrokosmos und es ist wohl
nicht zufällig, dass viele deutsche Exponenten die Schweiz als Modell für die EU sehen:
Precht, Prof Sinn, Joschka Fischer, etc.
Vielleicht ist dies auch nur eine deutsche Sehnsucht - ich glaube, bei Skandinaviern oder
Osteuropäern ist die Schweiz deutlich weniger beliebt.
Dann bliebe die Grossschweiz "nach der EU/Euro" oder ein Kerneuropa inklusive der Schweiz.
Von aussen sieht die Schweiz deutlich attraktiver aus, als die effektive Lage tatsächlich ist.
Die Schweiz hängt etwas in den Seilen, es ist klar, dass es in einer grossen EU immer schwieriger
wird, Sonderwünsche erfüllt zu kriegen, andererseits ist die EU der grösste Markt.
Die "dynamische" Übernahme von EU Recht ist eine Scheinlösung, denn dynamisch bedeutet eigentlich automatisch,
aber mit der Möglichkeit, nicht zu übernehmen, um dann ganze Vertragspakete platzen zu sehen.
Wer den Kopf in der Schweiz nicht im Sand hat, dennoch möglichst Selbständig bleiben möchte, wartet
momentan etwas darauf, dass sich die Konstellationen ändern. Der Plan sah einmal vor, zusammen mit
der Ukraine und der Türkei - beides wichtige Transitländer - eine Art Verhandlungsblock zu bilden, damit
man gemeinsam Sonderkonditionen aushandeln kann. Der Maidan und "Syrien/Krieg/Flüchtlinge" haben diese
Option verhindert.
Die EU-Diskussion in der Schweiz - viele Rechte glauben noch an ihre eigenen Trinksprüche, man kann aber
bereits erahnen, dass nicht alles so "easy" gehen wird:
http://www.srf.ch/news/schweiz/arena-das-verhaeltnis-schweiz-eu-nach-den-wahlen
Ob Osteuropa seine Vergreisung überlebt? Man wird sehen. Jede Lösung
wird ohne Zuwanderer auskommen.
Das Argument "Zuwanderung, um Vergreisung zu verhindern" finde ich auch falsch. Zuwanderung findet aber statt,
die Gefahr lauert in den Verschärfungen, die man auf sich nehmen will, um sie zu verhindern.
Als gemeinsamen europäischen Nenner sehe ich die christliche Kultur mit
ihren keltischen Wurzeln.
Das ist zu einfach. Dennoch halte ich auch diesen "Charlemagne" Raum als das Kerneuropa, das
am ehesten sowas wie ein Vereinigtes Europa bilden könnte. Der Name "Europa" wäre dann ein
bisschen ein Bluff.
Das "neue, nationalistische Polen" ist vielleicht schon auf dem Weg in diesen Block:
https://de.wikipedia.org/wiki/Visegr%C3%A1d-Gruppe
Warten wir die US-Wahlen ab, wer auf Obama folgt, wird wohl nicht mehr sanft von "Reset" sprechen,
sondern wieder Pflöcke in Osteuropa einschlagen.
Die neuen Nordstream-Röhren würden daher schon kluge Voraussicht bedeuten.
Das wäre bereits das Friedman Szenario: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Next_100_Years
(Interessant, welche Sprachen dafür in Wiki existieren)
Das Szenario läuft wie auf Schienen, Georgien und Ukraine sind schon durch, NATO Bündnis
steht auch kurz vor der Probe, Orban-Tendenzen in Polen, die Türkei als immer auffälligerer
Player (die möglicherweise vom Twist Iran vs Saudis als passiver Gewinner hervorgehen könnte)...
Hoffentlich ohne erzwungenen Kollektivismus.
Im Kollektivismus herrscht immer Zwang, sogar bei mir zuhause, im Kleinstkollektiv, MÜSSEN die Kinder
ins Bett.
Fragt sich nur wie subtil der Zwang ist. Das Schweizer Modell ist relativ attraktiv, es braucht keine
Sündenböcke, weil die Mehrheit selber einsehen muss, wenn sie etwas verbockt hat.