Analyse ist immer einfacher, als Lösungsvorschläge zu präsentieren

pigbonds, Montag, 11.01.2016, 21:24 (vor 3678 Tagen) @ Brauer3313 Views

Nö, aber aus Deinem Satz geht hervor, dass auch Du eine neokonservative
Vorstellung
von "Deutschland" zu haben scheinst.


Wenn du die heutige Vorstellung von Deutschland als neokonservativ
bezeichnest, meinetwegen.

Ich meine eher die Vorstellung dessen, dass die Geschichte quasi der Weg zum Ziel, zur Gegenwart
darstellt, wobei diese Gegenwart das Ideal darstellt. Meist wird der "Weg" noch durch einen absurden
Mythenaberglauben verherrlicht.
Das meiste, das die Gegenwart verändern würde, wird abgelehnt.
Ein solches Weltbild ist meiner Meinung nach ein neokonservatives. Ganz ausgeprägt bei jenen Amerikanern
zu beobachten, die um das eigene Ideal zu erhalten, die halbe Welt neuordnen wollen.

Nach einer Veränderung wie sie Heinsohn hier vorschlägt, kann man
jedenfalls nicht mehr von "Deutschland" sprechen.

Würde ich auch so sehen. Ich weiss auch nicht, ob Heinsohn's Karte die richtige
ist, es geht mehr darum, die "Linearität" zu brechen und Heinsohn mit seiner Betonung
auf "Kataklysmen" also eine Überbetonung auf Revolution statt Evolution, ist prädestiniert
dazu.
Die Karte könnte auch anders aussehen, z.B. ein Vereinigtes Europa.

"Deutschland", "wiedervereinigt", gibt es gerade mal knapp 30 Jahre und
Millionen von
deutschsprachigen leben im angrenzenden Ausland ohne irgendwelche
Zugehörigkeitsgefühle
gegenüber "Deutschland" zu verspüren.


Dass die Idee Nationalstaat, jedenfalls jenseits eines Restes
sentimentaler Erinnerung, tot ist, ist mir durchaus nicht entgangen
[[zwinker]]
Zugehörigkeitswillen wird wohl eher zu einer Beliebigkeit.

Es gibt aber immer noch starke Kräfte, die an den Nationalstaat glauben, sowohl in
Europa, aber auch was den Nahen Osten anbelangt, Kurdistan, etc.

Safranski hingegen plant permanente Zonen für Flüchtlinge zu schaffen
... was will er, die
Erde aufblasen, damit mehr Oberfläche entsteht oder geht er davon aus,
dass Deutschland
unverändert bliebe, während andere Staaten umgegrenzt würden, um

Platz

für diese Zonen zu
schaffen?


Andere hatten die Idee, Madagaskar wäre vielleicht schön... hust.
Deiner Einschätzung von ihm stimme ich durchaus zu.
Ich vermute aber, dass sie durchaus keine Einzelmeinung darstellt.

Das wären riesen Ghetto's, die ohne Zwangssterilisation wahrscheinlich sehr hohe
Geburtenraten hätten (Safranski will die ja quasi füttern). Die Bewohner würden sich
zurecht als ungerecht behandelt fühlen und so böte sich dort der ideale Nährboden zur
Aufzucht von Terroristen.


Safranski analysiert aber etwas korrekt:

Das Asylrecht war nicht für solche Völkerwanderungen gedacht, man kann es deshalb auf Dauer
so nicht aufrechterhalten.

Das zeigt, dass Analysen einfacher zu machen sind als Lösungsvorschläge (da bin ich ein gebranntes
Kind).

Vermutlich wird man eine neue Kategorisierung der Migranten vornehmen müssen und eine Kategorie
"Wirtschaftsmigranten" schaffen, die dann nach der Migration deutlich mehr Freiheit hätten, sich dafür
aber vorher "qualifizieren" müssten - z.B. vor der Migration minimale Sprachkenntnisse vorweisen, etc.

Es sollte nie zum Selektionskriterium werden, dass bleiben kann, wer über den Zaun kommt und dann noch
die Behörden erfolgreich austrickst.

Was sicher falsch ist, ist, Flüchtlinge als "Fachkräfte" zu bezeichnen, dies tut aber derzeit
die Rechte, doch der Grund liegt darin, dass allgemein "Migration" in der Vergangenheit als Lösung für
Fachkräftemangel herhalten musste.
Ich glaube auch nicht, dass Flüchtlinge die Situation der Alterspyramide verbessern. Was ich aber
glaube, ist, dass Entsolidarisierung mit Schwachen, z.B. Flüchtlingen, ebenso zur Entsolidarisierung mit
anderen Schwachen, Alten, Kranken, Alleinerziehenden, etc. führt, was gerade bei einer ungünstigen Pyramide
fatal wäre.

Heinsohn hat auch längst einen Lösungsvorschlag parat und

schlägt

jedem

unter 40 vor, nach Amerika auszuwandern.


Schonmal darüber nachgedacht?


Nein, für mich keine Option.


Und das in Zeiten, in denen jeder jederzeit überall hin "optieren" kann?

Zürich ist derzeit gut.


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