Ich wollte dich ein bisschen locken
Nö, aber aus Deinem Satz geht hervor, dass auch Du eine neokonservative
Vorstellung
von "Deutschland" zu haben scheinst.
Wenn du die heutige Vorstellung von Deutschland als neokonservativ bezeichnest, meinetwegen. Das "neokonservative Deutschland" bleibt jedenfalls nur so lange bestehen, wie es als Identifikationsfigur taugt. Ich habe damit jedenfalls weniger Probleme als mit vielen anderen möglichen Identifikationsfiguren.
Die Identifikation kommt gerade vielen abhanden, aber weniger wegen intrinsischer Veränderungen, als vielmehr einer Reaktion auf äußere Einflüsse (von Menschen). Und die Zielrichtung wird zunächst eher nicht in Richtung stiller Auflösung gehen, sondern in Richtung Aufgabe der Menschenrechte.
Nach einer Veränderung wie sie Heinsohn hier vorschlägt, kann man jedenfalls nicht mehr von "Deutschland" sprechen.
Dass die skizzierten Gebilde irgendeine dauerhafte konstitutive Kraft hätten, bezweifle ich aber ebenso. Skandinavien als Rückzugsort für multikulturell gesättigte, aka "Schnauze voll"?!
Das einzige Gebilde mit Perspektive wäre vielleicht das französisch-deutsche Islamfürstentum.
Über religiösen Druck wird gleichzeitig ein Youth Bulge und eine Machtprojektion nach außen entstehen können. Dann wäre wieder einmal "Ringelpiez mit Anfassen" in Europa.
"Deutschland", "wiedervereinigt", gibt es gerade mal knapp 30 Jahre und
Millionen von
deutschsprachigen leben im angrenzenden Ausland ohne irgendwelche
Zugehörigkeitsgefühle
gegenüber "Deutschland" zu verspüren.
Dass die Idee Nationalstaat, jedenfalls jenseits eines Restes sentimentaler Erinnerung, tot ist, ist mir durchaus nicht entgangen ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Zugehörigkeitswillen wird wohl eher zu einer Beliebigkeit.
Safranski hingegen plant permanente Zonen für Flüchtlinge zu schaffen
... was will er, die
Erde aufblasen, damit mehr Oberfläche entsteht oder geht er davon aus,
dass Deutschland
unverändert bliebe, während andere Staaten umgegrenzt würden, um Platz
für diese Zonen zu
schaffen?
Andere hatten die Idee, Madagaskar wäre vielleicht schön... hust.
Deiner Einschätzung von ihm stimme ich durchaus zu.
Ich vermute aber, dass sie durchaus keine Einzelmeinung darstellt.
Heinsohn hat auch längst einen Lösungsvorschlag parat und schlägt
jedem
unter 40 vor, nach Amerika auszuwandern.
Schonmal darüber nachgedacht?
Nein, für mich keine Option.
Und das in Zeiten, in denen jeder jederzeit überall hin "optieren" kann?