doch bleibt die Frage

Kurz_vor_Schluss, Donnerstag, 29.10.2015, 23:03 (vor 3744 Tagen) @ CrisisMaven4666 Views

... es ging, bevor Du das Thema aufgeweitet hast,
darum, ob die
Statuten des IMT rechtsstaatlich vertretbar waren oder nicht
. Genau
der Ansicht
bin ich
.

....ob eben dies der Fall war. Dass die Statuten sich fortentwickelt haben (und dass dies begrüßenswert war), hast Du umfassend dargestellt und da stimme ich Dir zu. Nur: Sollte sich herausstellen, dass das IMT Beweisanträge der deutschen Verteidigung ablehnte (aufgrund - sagen wir - politischer Rücksichten - weiß nicht mehr, wer es war, irgendjemand nannte Nürnberg "Jacksons kleine Lynchparty") - dann nützten auch "in dubio pro reo" und das Gebot der erschöpfenden Beweiswürdigung nichts.
Und dazu hätte ich gerne Quellen - umfassende Darstellungen, die zeigen: Das und das wurde abgelehnt - aus den und den Gründen.
Wenn sich dann zeigen sollte, dass die deutschen Verteidiger das Spaghetti-Monster in den Zeugenstand rufen wollten, wären zu ihrer geistigen Verfassung wohl keine weiteren Fragen zu erheben.
Sollte es aber um Dokumente gehen, die Kriegsvorbereitungen der Alliierten zeigen sollten, Komplotte gegen Deutschland, Korrespondenzen, welche hätten belegen können, dass auch der Westen den Krieg wollte, ja, Hitler zum Krieg drängte - dann wäre dies etwas anderes.
Wir haben auch in der BRD "gute" Gesetze - trotzdem gilt hierzulande das schöne Bonmot von der Gleichartigkeit von Gericht und hoher See....

Wer es anders sehen moechte, muss dann auch unsere derzeitige Regelung der
freien Beweiswuerdigung infrage stellen. Waere gespannt, was so jemand an
deren Stelle setzen moechte. Ich behaupte, das wird schlechter, nicht
besser.

Die Regelung sollte bleiben. Die politische Einflussnahme (in manchen Fällen) scheint mir die Krux zu sein.

Drum ist es muessig, die Diskussion, ob die Sowjets die groesseren
Schlaechter waren, und ob sie es gegenueber den Deutschen nicht erst
wurden, nachdem diese sich vorher dort wie die Axt im Walde
benommen hatten, stets immer auf's neue zu fuehren. Gerade das wollte ich
ja nicht.

Wurden sie nebenbei nicht - fahre ins Baltikum und frage die Leute dort, wie sich die Sowjets 1940 dort aufgeführt haben - naja, so könnten wir beide noch dutzende Beispiele anführen - Du hast schon recht, es ist müßig.

Ich wollte verhindern, was ich fuer aeusserst gefaehrlich hielte: dass
jemand, meist Nicht-Juristen, der Meinung Geltung verschaffen koennte, das
Konstrukt der freien Beweiswuerdigung sei an sich zu verwerfen, weil ...
das IMT dasselbe Konstrukt zu seiner Grundlage machte. Dass Anklage und
Gericht als befangen zu gelten haben und heute in dieser Zusammensetzung
nicht mehr Recht sprechen duerften, hatte ich auch schon erwaehnt.

Danke wie gesagt für die Details der freien Beweisführung. Wenn ich jetzt noch wüsste, dass diese in Deutschland bei politischen Prozessen angewendet würden, wäre mir wohler - oder ich würde mich fragen, welche Pille ich eingenommen habe. [[zwinker]]

Nur eines daher noch:

Das ist aber schade, denn immerhin bist Du ja Deutscher.


Des Menschen Wuerde ist unantastbar.

Was waere, wenn sich "das" deutsche Volk in seiner Mehrheit meiner
nicht wuerdig erwiese? Haette der Rest der Welt etwas davon, wenn ich
mir einen Muehlstein um den Hals haengte, um mich zu ersaeufen?

Bestimmt nicht. Solltest Du nicht die Stimme eines Rufers in der Wüste sein, welche den Weg ebnet? Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande.
Schönen Abend
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin


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