Die Entropie der Geschichte (ed.)
... ist auch das Erderwärmungsproblem gelöst, dann kommt die Sonne
kaum
noch durch.
Seht, es geht doch!
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Danke!
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Und die Debitisten müssen weitere uffzig Jahre auf den Kollaps warten
Wo sind denn "die Debitisten", die noch immer auf den Kollaps
warten?
2008 war das Vorhersage-Desaster-Jahr des Debitismus.
Dieses Vorhersage-Desaster ist meiner Wahrnehmung nach weiterhin
überhaupt nicht aufgearbeitet.
Ich habe mich ja schon mehrmals als Mitglied der Glas-halb-voll-Fraktion geouted, deshalb war die Bemerkung nur ein kleiner Seitenhieb auf die vielen Mitglieder hier, für die der baldige Kollaps bereits fest ausgemacht ist.
![[image]](https://pbs.twimg.com/media/CxicbXkXEAAqe-R.jpg)
Prognosen sind schwierig und treffen selten, bekanntlich ist die Bestimmung des Zeitpunktes der schwierige bis unmögliche Teil. Dass alles was lebt sterben muss, also auch soziale Systeme, ist eine billige Binsenweisheit, aber wann ... tja.
Meine Sicht: Wirtschaftskrisen sind Kulturereignisse, keine
Naturereignisse. Ein "Kollaps" "kommt" nicht etwa "über uns"
(Metapheralarm!), sondern müsste - als deflationäre Depression - durch
entsprechende Handlungen in der Wirtschaftswirklichkeit
herbei-zwangsvollstreckt werden. Das kann aber auch einfach unterbleiben.
Und soo schlimm war die DeDe rückblickend ja auch nicht, ein paar Jahre später waren die Systeme wieder volles Rohr aktiv mit Aufschwüngen in schwindelerregende Höhen.
Je nachdem wie das Herbeizwangsvollstrecken der deflationären
Depression unterbliebt kann es für mehr oder weniger Rechtsnihilismus im
Publikum sorgen. Je mehr Rechtsnihilismus, desto weniger kann man sich auf
Gläubiger-Schuldner-Beziehungen verlassen usw.Das Nicht-Herbeizwangsvollstrecken erfolgt also keineswegs "kostenlos" -
es erzeugt völlig neue Unsicherheit. Im schlimmsten Fall totale allgemeine
Rechtsunsicherheit.
Interessanter Gedanke, wobei wir ja, wohl als Erbe aus den Wildbeutertagen, ein großes Faible für unterlassene Vollstreckungen haben, also Gnade, Geschenke, bedingungslose Liebe, Teilen, etc. Der Geber wird belobigt, wenn die Gabe ihn nicht schädigt, gilt das als schäbig.
Im Grunde kann man sagen, die Natur vollstreckt ständig ohne Ausnahme, während der Mensch verschuldet, was ja ausdrückliches Nicht-vollstrecken bzw. Aufschieben der Vollstreckung ist. Deshalb wäre ich mir nicht so sicher, ob die Aussetzung der Vollstreckung nicht im tiefsten Inneren der Leute Zustimmung erfährt.
Aber noch etwas anderes.
Was ist eigentlich besser:
Ein Weltrechtsstaat, dem sämtliche juristische Personen wieder -
dem Anspruch nach gleich vor dem Recht - unterworfen sind
oder
ein Neo-Feudalismus der Weltkonzerne, mit neuen Feudalherren?
"IT-Adel" anyone?Vielleicht ergeht es den heute privaten Infrastruktur-Schaffern (Musk,
Zuckerberg, Page, ...) irgendwann so ähnlich wie einst den von Thurn und
Taxis mit der Post: Übernahme der Infrastruktur durch
öffentlich-rechtliche Körperschaften, weil Infrastruktur nicht als
dauerhaft bei Privaten verbleibend angesehen wurde.
Heute freilich fehlt eine politische Körperschaft, die soetwas überhaupt
machen könnte.
Aber die politische Köperschaft, die die von Thurn und Taxis enteignet
und entschädigt hat gab es auch nicht schon immer.
Geschichte wiederholt sich nicht eins zu eins. Wir steigen niemals zweimal
in den selben (!) Fluss.
Aber reimen tut sich die Geschichte schon.
Ich halte ja den Weltstaat für unausweichlich kommend und die Bewegung dahin für die Entropie der Geschichte. Dann erst ist Zeit für ein eventuelles Ende oder die Rückkehr in den Wald. Aber bitte auf meine Prognosen auch nichts geben ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Danke! ![[[sauer]]](images/smilies/sauer.gif)