Anmerkungen zur verlinkten sehr wichtigen Studie der "Hills Group"

Leserzuschrift, Samstag, 01.10.2016, 15:51 (vor 3444 Tagen) @ Literaturhinweis7058 Views

Durch den Hinweis von @Ankawor bin ich heute früh auf die umfangreichen wissenschaftlichen Dokumente der Hills Group gestoßen (Links von @Literaturhinweis), die mir nach dem ersten Durchlesen durchaus realistisch und wissenschaftlich plausibel erscheinen. Es sind sehr umfangreiche Dokument meistens in englischer Sprache, die ich angesichts der Dramatik und Wichtigkeit die nächsten Wochen noch genauer prüfen werde.

Ich würde mir sehr viel Arbeit ersparen, wenn mir jemand schon jetzt verdeutlichen könnte, dass die Arbeit und die sich daraus für die Menschheit ergebenden Folgen aus "den und den" konkreten Gründen absoluter Unsinn ist.
Für weitere Hinweise, Argumente und Meinungen wäre ich in jedem Fall dankbar.

Mit dem abstrakten und schwer verständlich zu machenden 2. Hauptsatz der Thermodynamik kenne ich mich wenigstens ein klein wenig aus:
http://www.mathepeter.eu/beiträge-zur-mathematik-und-physik/nutzung-der-freien-raumener...

Damit wollte ich allgemein verständlich machen, dass unsere Erde zwar in einem gigantischen Ozean unerschöpflicher Energie schwimmt, dass aber stringente physikalische Gesetze (2. Hauptsatz der Thermodynamik) dagegen sprechen, dass diese Energie je vom Menschen mit wirklichem Netto Energiegewinn (einem Überschuss an gewonnener Energie minus insgesamt aufgewendeter Energie, über jeweils alle Verfahrens Ketten und genutzte Infrastrukturen) genutzt werden kann.

Das gilt meiner Meinung nach auch für die Nutzung von Windenergie und Photovoltaik, ohne dies im Detail nachweisen zu können.

Nach der Hills-Group gilt:

„Die genaue Bestimmung des EROI durch Addition der Einzelenergien ist nahezu unmöglich.“

Diese Aussage teile ich zu 100%:
Hier einige Gedanken dazu für Solar-/Winderzeugung, gilt aber selbstverständlich entsprechend auch für die Ölförderung:

Alle Studien über die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der alternativen Energieträger kranken daran, dass es höchst vordergründige und oberflächliche Studien sind, die verschweigen und nicht im Ansatz berücksichtigen, dass die derzeit faktisch stattfindende gigantische heimliche Quersubvention der alternativen Energieträger durch die billigen fossilen Energieträger unberücksichtigt bleibt und in allen Studien dieser Punkt diskret verschwiegen wird. Stattdessen wird beispielsweise bei den "Erntefaktoren" allenfalls der Bau der Wind- und Solarkraftwerke selbst berücksichtigt, nicht aber die ganze daran hängende Infrastruktur.

Das Betrachtungs-Modell das dahinter steckt ist betriebswirtschaftlich eine Art Zuwachsbetrachtung: Schienen, Züge, Bahnhöfe und Personal sind ohnehin da. Es kostet doch nur ein paar Cent zusätzlich an erhöhten Energiekosten, wenn ich den Zug von Hamburg nach München mit benutze.

Das breite Publikum kann unmöglich erfassen oder gar begreifen, dass der "geniale" Trick darin besteht, dass unsere gesamten globalen Infrastrukturen (beginnend mit Straßen, Eisenbahnen, Stromnetzen, Industrieanlagen, Schiffe, Häfen, Erz- und Kohlegruben usw. usw.) auf der Kostenbasis und unter weitgehender Nutzung billiger fossiler Energieträger erstellt worden sind. Jeder halbwegs erfahrene Betriebswissenschaftler weiß zudem genau, dass die notwendigen Folge-Investitionen zum Betrieb und der Instandhaltung (von Erweiterung will ich gar nicht reden) nur der vorhandenen Infrastrukturen in der Regel ein Mehrfaches der Kosten der Anfangsinvestition betragen. Auch dann werden wohl nur wenige begreifen (wollen oder können), dass selbst bei einer global und perfekt auf hypermodernste alternative Bereitstellung umgestellte Strombereitstellung(die Stromversorgung ist ohnehin nur ein relativ kleiner Teil der Energieversorgung) unser derzeitig global installiertes Wirtschafts-/Finanzsystem (mit der systemimmanenten Eigenschaft der zwangsläufig exponentiell wachsenden Nutzung von Ressourcen, Energie und Umwelt auf einem begrenzten Planeten) auch nur mittelfristig nicht!! weiter bestehen kann.

Zitat Dr. Warm/Hills Group
"Die Gesetze der Thermodynamik werden nun auf die Ölförderung angewendet. Die Thermodynamik ist die Wissenschaft, die sich mit der Umwandlung von einer Energieform in andere beschäftigt. Da Ölförderung in erster Linie mit Energie zu tun hat, ist es selbstverständlich, dass man sie thermodynamisch betrachtet; eigentlich ist es unverständlich, dass es vor der Hillsgroup (kurz: HG) niemand tat."

Es war schon immer klar, dass das meiste Öl im Boden bleiben wird, da eine Nutzung für energetische Zwecke jeder Art immer voraussetzt, dass der aufgewendete Energieaufwand deutlich niedriger sein muss als der Nettonutzen des Ölverbrauchers (z.B. Herstellung eines Produktes inklusive der ganzen Vertriebskette und der ganzen anteiligen Produktionskette, also auch incl. anteiliger Infrastruktur). Alle Statistiken über die vorhandenen Ölvorräte sind allein aus diesem Grund letztlich nicht viel wert und nur „pseudo wissenschaftliches Tamtam“.

Dass eine Berechnung des wahren EROI durch eine Detailanalyse praktisch nicht durchführbar ist, und deshalb den "beauftragten" Wissenschaftlern viel Spielraum für ein faktisch immer unangreifbares gewünschtes Ergebnis gab, ist kein Geheimnis. Die Menschheit kann sich so zwar eine ganze Zeitlang etwas in die Tasche lügen. Physik und Energiebilanzen bringen aber letztlich die Wahrheit unabwendbar und mit tödlicher Sicherheit als immer stärker wirksame Realität in die menschliche Existenz ein.

Die von der Hills/Group durchgeführte Verknüpfung von Geldwerten und Energiewerten ist mir unbekannt und im ersten Durchlesen noch nicht zwingend verständlich geworden.

Das Ergebnis der Studie ist aber derart brisant (ab 2030 rutscht die Menschheit in einem Affenzahn das Energy-Cliff hinunter, da dann Öl nach dieser thermodynamischen Betrachtung nicht mehr mit Gewinn gefördert werden kann. Ob es dann erst 2040 oder 2050 stringent so weit ist, ist angesichts der nicht dramatisch genug anzusetzenden Konsequenzen für die Existenz der Menschheit fast ohne Belang.

Hält die Studie der Hills Group einer strengen Prüfung stand, dann würde diese Studie für mich bestätigen, was ich schon lange vermutet habe:

Die Menschheit hat ein globales und gigantisches Babylon System geschaffen, das in absehbarer Zeit möglicherweise kurz vor dem Einsturz steht:

„Unser mit Hilfe unserer Energiesklaven – die wir zwischenzeitlich völlig gedankenlos und enthemmt nutzen - geschaffenes "Paradies" existiert nach geschichtlichen Maßstäben erst eine ganz kurze Zeit und hat in dieser kurzen Zeitspanne das Gesicht der Erde radikal verändert. Um nur den wichtigsten Punkt zu erwähnen: Die Wissenschaft geht davon aus, dass etwa 10.000 vor Christus auf dieser Erde 4 Millionen Menschen lebten. Es dauerte dann 12.000 Jahre, bis die Bevölkerung um 1800 nach Christus die Grenze von 1 Milliarde überschritten hatte. Heute, nur 200 Jahre später, sind wir bei 7 Milliarden Menschen auf unserem begrenzten und einmaligen Globus. Es gibt für uns keine zweite Erde. Aufgrund des umfassenden technischen und wissenschaftlichen Fortschritts durch die Nutzung der Energiesklaven, hat sich in der neueren menschlichen Geschichte von weniger als 2% der Zeit, die Zahl der Menschen versiebenfacht, nachdem es 98 % der Menschheitsgeschichte gebraucht hat, um !
die Milliardengrenze zu erreichen.
Tatsächlich wurden wir wohl in eine Sackgasse geführt, aus der es keinen "guten" Ausweg mehr gibt. Wir wollen es aber nicht glauben und müssen deshalb den ganzen Weg bis zum bitteren Ende gehen.
Die Menschheit hat eine einmalige Chance kläglich "versiebt", das Leben auf dieser Erde für die gesamte Menschheit nachhaltig zu verbessern. Es geht jetzt nur noch darum, die drohende apokalyptische Katastrophe zu verhindern. Vertrauen Sie dabei nicht darauf, dass die Mächtigen dieser Erde auf "Ihrer" Seite stehen. Ich glaube dass diese "Menschen" nicht die Interessen von uns kleinen, normalen Menschen im Sinn haben, sie geben das nur vor.

Aufgrund der immensen Fortschritte in Technik und Forschung und der Nutzung des einmaligen Geschenkes billiger Energieträger in Form fossiler Brennstoffe (Öl/Gas/Kohle usw.) hatten wir als Menschheit die einmalige Chance eine für alle! Menschen lebenswerte und nachhaltige Welt zu schaffen. Dazu wäre eine aktive Führung von verantwortungsbewussten Menschen und wahrhaften Eliten notwendig gewesen, die beispielsweise damit begonnen hätten, die Weltbevölkerung nicht über den Stand der 60-er Jahre von etwa 2 Milliarden hinaus wachsen zu lassen. Es bleibt nur, ein beispielloses Versagen der Menschheit zu konstatieren. Diese sogenannten Eliten haben nahezu zu 100 % auf allen Ebenen die Welt und die menschlichen Gesellschaften genau in die falsche Richtung geführt. Wir alle haben uns aber auch gerne dahin führen lassen.

Der Gipfel des Versagens ist, dass von den Entscheidungsträgern vor 100 Jahren ein globales Wirtschaftssystem und ein die Welt beherrschendes Finanzsystem installiert wurde, das letztlich von einigen wenigen Privatpersonen dominiert wird. Diese haben auf unserem verletzlichen blauen Globus mit endlichen Ressourcen ausgerechnet ein Finanzsystem installiert, das unendliches exponentielles Wachstum zwingend zum Fortbestehen braucht und deshalb die unabwendbare Systemzerstörung durch das mathematische Gesetz der Verdoppelung in gleichen Zeitabständen (das ist exponentielles Wachstum) bereits eingebaut hat. Wer das Geldsystem beherrscht der beherrscht zweifellos auch die Politik und die Staaten und entscheidet tatsächlich über Krieg und Frieden.
War das ganze Geschehen der letzten 100 Jahre Dummheit, Unvermögen oder Absicht? Wir wissen es nicht und werden es auch nie erfahren!“


Für mich ist das Ergebnis der Hills Studie aber ggf. auch eine zwingende Erklärung für all das bizarre und an Wahnsinn erinnernde Geschehen der letzten Jahrzehnte - insbesondere aktuell - auf unserem Globus, das sogar den Gedanken aufkommen lässt, dass die Menschheit "Selbstmord" begehen könnte.

Ich möchte jetzt keine weitere sogenannte Verschwörungstheorie in die Welt setzten, aber die Frage stellt sich zumindest für mich:

Hat sich möglicherweise die Erkenntnis über das nicht mehr allzu ferne Ende des „Ölzeitalters“, auch bei den sehr wenigen wirklich Mächtigen dieser Erde und ihren Politikern breit gemacht.

Über das, was das ggf. (ich hoffe sehr, die Studie der Hills-Group ist grob fehlerhaft und führt deshalb zu falschen Ergebnissen) für uns normale (Junge, Alte, Gesunde, Kranke) Menschen dann bedeuten würde, möchte ich hier nicht spekulieren.


Herzlichen Dank an „Literaturhinweis“ für das Einstellen der entsprechenden und vermutlich enorm wichtigen speziellen Links, ebenso an „Ankawor“ für seinen launigen Text, mit dem er mich sofort neugierig machte.

MathePeter


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