Versuch einer Antwort auf die zentrale Frage: (mT)
"Was sind europäische Interessen?"
Ehrlich gesagt ist das Subsidiaritätsprinzip tief in mir verwurzelt.
Das "europäische" ist mir zu wenig greifbar. Europa gegen Amerika, Europa gegen Rußland, etc. Ich bin kein Freund dieses Blockdenkens.
In meiner Zeit im Amiland habe ich mich weniger als Deutscher denn als Regionaler gefühlt, der ich war.
Und manchmal fühle ich mich einem Russen, einem Chinesen, einem Iraner bei bestimmten Dingen mehr verbunden als einem Hamburger oder einem Berliner (nicht das Essen, die Personen!).
Ich bin ein großer Anhänger der Theorie, daß 50 Personen eine ideale Zahl sind, die noch gerade so überschaubar sind, und daß solch ein Trupp, wenn er zusammenhält, wie ein Guerriliatrupp die halbe Welt aus den Angeln heben kann, wenn er nur will. Siehe special operations in den Kriegen in den letzten Jahrzehnten. Da kann eine Truppe von zwei Handvoll Männern mehr bewegen als die sich entgegen stehenden Fronten in Verdun.
Daher hänge ich eher dem Prinzip "Schweiz" nach, wobei auch die (zumindest im vorigen Jahrhundert, als ich dort gearbeitet hatte) in der Deutschschweiz am liebsten die Tessiner nach Italien und die Waadtländer nach Frankreich (Savoyen) verkauft hätten. Man sieht, am liebsten kleine Gruppen, die sich vom Wesen und von der Sprache her nahe stehn.
Ich weiß, denkt man mein Prinzip zum Ende hin, kommt man wieder bei so was raus wie Deutschland 1648. Typisch deutsch... ich kann leider nicht aus meiner Haut:
![[image]](http://finkhaeuser-poing.de/de1648k.png)
Zumindest den freien Reichsstädten ging es stets ganz gut, das sieht man auch heute noch an den Bauten, Rathäusern, Kirchen; die Bürger und Handwerker lebten gut, ohne das Joch, einen Fürsten in seinem Schloß mit seinem Hofstaat und seinem Prunk unterhalten zu müssen...