Da gibts unterschiedliche Sichtweisen
Ich nehm nur zwei Beispiele:
1) Alkohol. Kann man überall frei kaufen. Das Verbot an Minderjährige zu verkaufen ist ohnehin nur eine Farce. Ist deshalb der Alkoholkonsum - insbesonders bei Jugendlichen - zurückgegangen? Das Gegenteil ist der Fall.
2) Nikotin. Das selbe deckungsgleich wie bei Punkt 1. Zumindest hier in Rumänien.
Natürlich waren auch andere Punkte zu beobachten. Beispielsweise kamen diese komischen Glückskräuter auf den Markt. Fanden reißenden Absatz, bis die Dinger verboten wurden.
Anderes Beispiel: Die Tochter damals in D auf dem Gymnasium. Im Schulhof wurden die Drogen verkauft wie die warmen Semmeln. So um die 90er Jahre. Sie ist in den Sumpf gefallen, war eine ganze Zeitlang drinnen. Hat sich selbst am Schopf wieder herausgezogen, - von uns als Eltern kam keinerlei Unterstützung. Vielleicht hat grade das geholfen.
Der jüngste Sohn ging in Siebenbürgen aufs Gymnasium. Man kann nicht sagen, dass man hier keine Drogen kaufen könnte, - aber es ist mit viel Risiko verbunden. Jeder "Käufer" könnte ein Spitzel sein, der dann seine Prämie für die Information von der SRI (Nachfolgeorganisation der ehem. Securitate) kassiert. Mit Drogen zu handeln garantiert einen längeren Aufenthalt auf Staatskosten.
Mein Sohn kam niemals in die Nähe der Drogen, - hat sie auch niemals ausprobiert (im Gegensatz zum neugierigen Vater). Mag sein, dass es auch mit der entsprechenden Erziehung zusammenhängt.
Zusammengefaßt: Es ist zwar nur ein einzelnes Beispiel aus einer Familie, aber ich kann keinen logischen Grund erkennen, dass eine Freigabe von Drogen eine Verminderung der Zahl der Süchtigen bewirkt. Einzig bei Cannabis-Produkten bin ich unschlüssig.
Warum ich so denke? Weil die "Standhaftigkeit" gegenüber einem Drogenangebot auch von der persönlichen Willenstruktur abhängig ist. Da die jungen Leute mit "Rückgrat" immer weniger werden und sich wie das Blatt im Wind leiten lassen, sehe ich eher das Gegenteil bei einer Freigabe von Drogen.
Das mit der Schulpflicht ist ein anderes Thema. Hier in RO bezahlt der Staat grade die Lehrer und die Unterhaltskosten des Klassenzimmers. Alles andere (Bücher, Lernmittel, etc.) muß jeder selbst bezahlen. Mit dem Effekt, dass die arbeitslose Familie mit drei Kindern ihre Kinder trotz Schulpflicht nicht mehr zur Schule schickt. Bestraft werden sie auch nicht, weil sie dem Richter erklären, dass sie ja wollen, aber kein Geld für die Lernmittel haben.
Diese Kinder lernen zwar den Unterschied (von zuhause) zwischen einer 50er und einer 100er Banknote, auch den Unterschied zwischen den Zigarettenmarken sowie den Wodkasorten, aber sonst nichts. Mit der Zeit lernen sie dann (autodidaktisch), mit dem Messer umzugehen. Den Rest kann man sich denken.