Ehre, wem Ehre gebührt!
@Mephistopheles: «Voraussetzung dafür ist die Ehre, welche den Menschen über die Tiere erhebt.
Zur Ehre gehört natürlich die Anerkenntnis des Rechts auf körperliche Unversehrtheit.
Was soll ich von einem halten, der beschnitten ist wie ein Schwein und also seiner Ehre beraubt wurde?»
Vielleicht definierst du, @Mephistopheles,
den Ehrbegriff anders als ich oder erkennst sie in anderen Erscheinungsformen.
Wenn ich davon ausgehe, das Ehre keine angeborene Eigenschaft ist, dann komme ich zu dem Schluss, das Ehre in einer dafür geeigneten Situation jeweils aufs Neue erworben werden muss und/oder kann.
Damit hat also ein jeder die Möglichkeit, ehrenvoll zu handeln, wobei die Diskussion sehr schnell ausufert, wenn man den Ehrbegriff kulturell verorten möchte. Ich gehe hier also davon aus, dass es sich um persönliches Verhalten handelt, das einem anderen, unter Abwägung der Gegebenheiten, nicht willentlich Schaden zufügt.
Ehre ist also nach meinem Verständnis ein fallbezogener "Titel" für die Art einer persönlichen Handlung. Warum soll nicht ein jeder potenziell in der Lage sein, Ehre zu gewinnen, indem er ehrenvoll handelt?
Die Erwartungshaltung, wonach jemand per se ehrlos sei, da er einer bestimmten Gesinnung den Vorzug gibt, kann enttäuscht werden, wenn eben dieser in einer akuten Situation ehrenvoll handelt.
In diesem Sinne bin ich der Meinung, dass die Ehre bei einem Einzelnen in ganz normaler Durchschnittlichkeit in jeder Menschengruppe anzutreffen sein wird, wie auch z. B. Kriminalität oder Menschenverachtung.
Genauso oder ähnlich wird man m. E. für Begriffe wie Courage, Vertraulichkeit, Verlässlichkeit, Respekt argumentieren können.
Gruß,
Uwe