Noch ein paar Behauptungen
> ...denn ihre Behauptungen aus unbekanntem, grantig klingendem Munde müssen es mit Herrn König aufnehmen, mit 20 Jahre Weltbank-Insiderwissen.
Im Unterschied zu Herrn König lebe ich vor Ort. Und auch nicht gerade in einem "privilegierten" Stadteil, wo die Besserverdienenden unter sich sind.
Docs, Papers und Statistiken kann ich Dir nicht anbieten. Diesen "Papierkram" halte ich mittlerweile für ziemlich nutzlos, weil er an der gelebte Realität längst vorbei geht.
Mir reicht eine gequetschte Rippe, um zu merken, dass die U-Bahn total überfüllt ist und die Rücksichtslosigkeit in den "unterprivilegierten" Schichten langsam zunimmt.
Mir reicht, die lange Schlange zu sehen, die sich bereits früh um 5 vor dem Schalter im staatlichen Krankenhaus gebildet hat, in der Hoffnung, ein paar Stunden später einen Arzttermin zu ergattern - da brauche ich keine Statistik über die Auslastung des öffentlichen Gesundheitswesens.
Mir reicht, die in den letzten Jahren geschlossenen Geschäfte zu sehen, die Obdachlosen auf der Straße oder die Heerscharen, die allabendlich im Müll wühlen. Das sagt mir mehr über den Zustand des Landes als alle Medien zusammengenommen.
Das Wort "Lügenpresse" ist zwar keine argentinische Erfindung, würde hier aber genauso passen. Viele Journalisten leben inzwischen zusammen mit Politikern, Funktionären und anderen Intellektuellen in einem Parallel-Universum. Das Befinden der einfachen Leute kennen sie nur noch vom Hören-Sagen.