Sie wollen alles haben und auf nichts verzichten

Morpheus ⌂, Mittwoch, 08.07.2015, 15:33 (vor 3901 Tagen) @ sensortimecom7616 Views

Hallo sensortimecom

... sagte vor 6 Tagen der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos.
Und brachte damit das ganze Dilemma des "griech. Weges" und das tiefe
Empfinden der Leute auf einen gemeinsamen Nenner.

Naja, kann man inzwischen so sehen, aber da hätte es eigentlich nicht hinkommen dürfen.

Wenn ich das so richtig einschätze bereiten die Griechen wahrscheinlich
wirklich keine Parallelwährung vor. Sie wollen ja doch in jedem Fall im
Euro bleiben.


Ich habe ehrlich gesagt von Anfang an nie was anderes erwartet. Man kann
meine Postings hier vor 4 Jahren lesen.

Schade dass "@Euklid" das nicht mehr erleben durfte (nicht der neue
griech. Finanzminister, sondern der uns allseits bekannte Poster; Gott hab
ihn selig<img src=" />).

Mit ihm hatte ich eine rege Diskussion im seinerzeitigen "Ketzerforum". Er
vertrat die Ansicht, ein Grexit sei so einfach wie das Wechseln der
Bettwäsche. "Freitag abends wird die Währungsumstellung in GR bekannt
gegeben, die Leute werden ein bisschen murren, am Montag bringen sie ihr
Geld zur Bank, und Tags drauf ist die Sache erledigt. Und wenn sie
aufmucken, muss halt ein bisserl mit Druck nachgeholfen werden".. so
ähnlich hatte er gepostet. Er war nicht der einzige, 90% dachten genau so
wie er...

Ja, wäre auch so gewesen. Denke ich auch.


Worauf ich ihn fragte, was denn passiert, wenn die Griechen gar nicht auf
die Idee kämen, den Euro aufzugeben, sondern ihn weiterhin als einziges
Zahlungsmittel verwenden würden. Wenn sie alle Euro-Ersparnisse abheben
und die Banken pleite gehen. Oder wenn sie gar von der Regierung
kategorisch verlangen würden, auf eigene Faust Euronen zu drucken. Oder
wenn alle Leute Brüssel und Berlin für ihre Misere verantwortlich machen,
weil die Bankomaten nix mehr ausspucken...

Ja, das wollte man jetzt mal testen. Warum bleibt mir unklar. Leider.


Es dauert im Schnitt 5 - 10 Jahre, ein neues Land "Euro-reif" zu machen,
indem man seine Währung stützt, es quasi auf die gemeinsame Währung hin
konditioniert. Das wird als "Prozess zur Erfüllung der
Konvergenz-Kriterien" bezeichnet. Kostete übrigens auch einige Milliarden,
nebenbei gemerkt...

Jetzt aber umgekehrt: Wie schaut ein gegenläufiger Prozess aus? Wie viele
Jahre braucht es, um ein "Euro-konditioniertes" Land wieder
parameter-mäßig an eine andere, neu zu schaffende Währung anzupassen?

Gute Frage, aber ich denke es geht ganz schnell. Die Umstellung erfolgt 1:1.

Wie viele Milliarden kostet es, die Leute dazu zu bringen, diese neue
Währung, die inflationiert und alles teuer macht, voll zu akzeptieren, und
die alte Euro-Währung zu meiden?

Werden die meisten wohl nutzen müssen.

So schauts aus...

Grüße
Morpheus

--
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Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.


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