Durch das Schuldenchaos zu neuer Ordnung?

Nonpopulo, Mittwoch, 08.07.2015, 14:24 (vor 3847 Tagen) @ Morpheus7696 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 08.07.2015, 14:40

Hi Morpheus,

[quote]Wo sind denn die ganzen Verfechter vom "Sieg der Demokratie"? Guter Sieg!
[/quote]

Sieg des Appells an den Nationalstolz meinst du wohl. [[zwinker]] Ausserdem: Gibts hier im Gelben wirklich noch Demokratiegläubige?

> Derweil werden von Griechenland fleißig sämtliche Gerüchte zu einer
[quote]Parallelwährung dementiert. Die müsste jedoch kommen, wenn die Banken ab
Montag dann gar nichts mehr auszahlen können.
[/quote]

Laut Thilo Sarrazin im aktuellen Bild-Interview will T. sogar den Grexit, um die Souveränität von GR bzw. seiner Regierung zu erlangen. In dem Falle müsste er die Drachme im Köcher haben.

> Diese absolute Blindheit und dieses Leben in einer offensichtlich völlig
[quote]anderen Welt hat inzwischen schon etwas geradezu gespenstisches. Wie kann
ihm nur so völlig entgehen, dass er gerade dem gesamten Land die
Lebensgrundlage entzieht.
Dass er Arbeitnehmer und Rentner ganz direkt mit dem totalen Chaos
konfrontiert, scheint er einfach nicht mehr wahr zu nehmen. Da geht es
nicht mehr um eine schmerzliche Verschlechterung, sondern um den völligen
Kollaps.
[/quote]

Das Chaos ist doch auf der strukturellen (EU-)Ebene schon längst da und das Knuddelmuddel perfekt. Dass sich dieses auf die reale Ebene ausweitet ist unabänderlich, sollte nicht komplett neu geordnet werden. Das weiss T. wahrscheinlich auch.

Was ich schade finde ist, dass jetzt, wo das Schuldenchaos so offensichtlich wird, nicht endlich mal die Frage nach der Verantwortlichkeit von Kreditgeschäften neu diskutiert wird. Warum soll der Andere schuld sein, wenn das Geld, das ich ihm freiwillig gegeben habe, nicht zurückzahlt. In einem selbstverantwortlichen Leben bin ich dafür verantwortlich, wo ich mein Geld parke oder anlege. Wenn es schiefläuft, dem Anderen die Schuld zu geben und Väterchen Staat zu bemühen, um das Geld zurück zu holen, ist doch eigentlich kindisch.

Ich finde, das wäre die Einsicht, zu der die Gesellschaft gelangen müsste, damit sich das zivilisatorische Blatt noch zum Besseren wendet. Die Alternativen Crash und Diktatur sind für mich jedenfalls weniger werthaltig, als eine entsprechende neue Schuldenordnung es evtl sein könnte (inkl. der Möglichkeit des Scheiterns).

> Das gesamte Staatsumfeld ist offensichtlich schon so eingebildet im
[quote]"ständigen nehmen", dass sie sich gar nicht mehr vorstellen können, dass
da wirklich gar nichts mehr kommen könnte. Dieses andauernde "Forderungen
stellen und die Hand aufhalten, aber eigene Beiträge konsequent zu
verweigern" ist in dieser Situation für mich einfach grotesk.
[/quote]

Ja, man bekommt das Gefühl, der Gläubiger habe die Schuldner in der Hand und nicht umgekehrt. Hat wirklich etwas sehr Groteskes und hängt wohl damit zusammen, dass für all die EU-Politiker und Vasallen ein Grexit ein Scheitern bedeuten würde und dass die EU wahrscheinlich auch von den Amis stark unter Druck steht, GR zu halten (wer weiss, was da für Drohungen im Raum stehen).

> Ich weiß ehrlich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll. Normaler
[quote]Weise würde mir in erster Linie die Bevölkerung leid tun, weil sie für
diese Situation eigentlich nichts kann. Aber nach der Abstimmung vom
letzten Sonntag, fällt mir selbst das wirklich schwer.
[/quote]

Ich hab da auch ein gespaltenes Gefühl, aber weniger wegen der Abstimmung als wegen meiner eigenen Erfahrung mit den Griechen und ihrer Bürokratie.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.