Selten so gelacht / Argentinien
> Mit Public Banking das Land wieder aufbauen, so wie in Argentinien (wo es sehr gut gelungen ist).
Warst Du schon mal vor Ort, oder bist Du auf die Propaganda der argentinischen Regierung hereingefallen?
Real befindet sich das Land wieder in "2001": der Peso maßlos überbewertet, die Regierung hoffnungslos überschuldet, und nach Ansicht einiger Ökonomen ist es nur noch eine Frage von Monaten bis zum nächsten Kollaps.
Beispielsweise kam gerade in den Nachrichten, dass die Obstbauern dieses Jahr 300.000 t für den Export bestimmte Äpfel und Birnen auf den Bäumen hängen ließen, weil sie die Ernte nicht bezahlen konnten. Laut einem Verbandssprecher müsse der Peso auf die Hälfte abwerten, um bei derzeitigen Lohnkosten wieder international wettbewerbsfähig zu werden.
Es hat sich auch keine Hilfsorganisation angeboten, den Bauern dieses Obst zum Selbstkostenpreis abzunehmen und dann 300 Millionen Armen in aller Welt je ein Kilo zu spenden...
> Argentinien hatte dank Public Banking 8 Prozent Wachstum des BIP 12 Jahre lang.
Nein. Nicht "dank Public Banking" sondern dank gefälschter Statistiken. Und das weiß auch jeder, der sich halbwegs mit dem Land auskennt.
Wenn die am grünen Tisch "ausgewürfelte" offizielle Inflationsrate permanent weit unter der tatsächlichen liegt, dann kann man selbst ein zwar nominal steigendes, aber real schrumpfendes BIP noch als "Wachstum" verkaufen.
Das "Drücken" der offiziellen Inflationsrate läuft schon ein Jahrzehnt; und auch nicht etwa heimlich. Im Gegenteil: die Regierung brüstete sich anfangs sogar, wie viele Milliarden sie beim Schuldendienst durch diesen "Trick" einsparen könne, waren doch bei der letzten großen Umschuldungs-Orgie Staatstitel mit an die Inflationsrate gekoppelten Zinssatz ausgegeben worden - damals als "vertrauensbildende" Maßnahme gefeiert, sonst hätte dieses Klopapier niemand haben wollen...
> Armutsrate lag 2001 bei 70 Prozent, heute bei 7 oder 8 Prozent.
Das kann man überhaupt nicht vergleichen, denn dazwischen wurde die Rechenmethode "angepasst".
Vor kurzem hat jemand die argentinische Armutsrate nach dem deutschen Verfahren geschätzt und kam auf etwa 35 %. Und dieser niedrige Wert ist auch nur den langsam aus dem Ruder laufenden "Sozial"programmen zu verdanken.
In manchen Straßenzügen stehen heute wieder ähnlich viele Geschäfte leer wie 2001. Von wirtschaftlichem Gedeihen keine Spur - wenn man einmal vom Umfeld der Kleptokraten absieht. Deren Vermögen hat sich in den letzten Jahren in der Tat mit atemberaubender Geschwindigkeit vervielfacht.