Was ich nicht sicher weiß, verkaufe ich möglichst heiß!

nereus, Freitag, 05.06.2015, 11:31 (vor 3877 Tagen) @ mabraton5469 Views

Hallo mabraton!

Die Frage, ob Jesus oder Mohammed wirklich gelebt haben, sollte man doch besser in Ruhe studieren und das Für und Wider miteinander abwägen.

Was sagen denn die Quellen Deines Wiki-Links im Detail zum Beispiel hier:

SPIEGEL ONLINE: Herr Marx, als Student der Islamwissenschaft lernt man: Der Prophet Mohammed wurde um 570 nach Christus auf der Arabischen Halbinsel geboren und starb 632 in Medina. Gibt es Grund, daran zu zweifeln?

Michael Marx: Das sind Rahmendaten, an denen man festhalten sollte, bis es bessere Zahlen gibt. Es gibt reiches Material in den islamischen Quellen zur Figur des Propheten und seiner Lebensgeschichte. Einiges ist mystisch. Aber am harten Kern der islamischen Tradition kann man festhalten.
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SPIEGEL ONLINE: Es gibt eine Gruppe nicht unprominenter deutscher Islamwissenschaftler, die immer offensiver die Frage stellen, ob die Existenz des Propheten überhaupt historisch verbürgt ist. Zuletzt hat sich dem der Münsteraner Professor Muhammad Sven Kalisch angeschlossen, der künftige islamische Religionslehrer ausbilden soll. Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsministerium will jetzt einen zusätzlichen Professor für Islam-Pädagogik berufen und so die Wogen glätten. Sehen wir hier eine Spaltung in zwei Lager?

Marx: Das sehe ich nicht so. Aber wir sollten festhalten, dass wir von Kalisch im Moment nur mündliche Aussagen kennen. Sie klingen so, als habe er sich den Thesen von Professor Karl-Heinz Ohlig angeschlossen, die dieser in seinem Buch "Die dunklen Anfänge" vor drei Jahren veröffentlicht hat - und denen zufolge der Koran ein christlicher Text ist und Mohammed wahrscheinlich nie gelebt hat. Aber diese Gruppe, zu der noch der Numismatiker Volker Popp und andere zählen, ist sehr klein. Ich würde sagen, deren Positionen steht sogar außerhalb der Wissenschaft.

SPIEGEL ONLINE: Wieso das?

Marx: Es gibt viel zu viele Hinweise darauf, dass Ohligs These, der Prophet habe nie gelebt, nicht haltbar ist. In 14 Jahrhunderten christlich-islamischer Polemik wurde sie nie vertreten. Auch in syrisch-aramäischen Quellen gibt es hingegen Belege für den Propheten aus früher Zeit.

Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/disput-unter-islamwissenschaftlern-hat-mohamme...

Oder hier zur Inarah-Gruppe (Ohlig, Luxenberg):

Die Inarah-Forschergruppe zweifelt an den Grundfesten des Islam: Mohammed habe es nicht gegeben, der Koran sei ein Plagiat und Mekka eine Erfindung. Was sie antreibt und warum sie Unrecht hat.
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Mit seiner Arbeit reduziert das Kollektiv – zumindest in Teilen – den Islam auf ein quellenkritisches Missverständnis: Mohammed habe es nicht gegeben, seine Biografie hielte einer historischen Prüfung nicht Stand. Im Koran haben die Forscher ein christliches Plagiat erkannt, und Mekka soll auch eine Erfindung sein. Diese Thesen beinhalten schon eine ordentliche Portion geistigen Sprengstoffes – und vor allem: stimmen sie überhaupt?
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Von einem Großteil der Forschung außerhalb der Inarah-Gruppe werden die Wissenschaftler mit ihren Thesen jedoch nicht akzeptiert, und das aufgrund stichhaltiger philologischer Argumente. Und genau damit scheinen viele der Konferenzteilnehmer nicht leben zu können.
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Ohligs Vorwurf an die Koranwissenschaft, sie habe sich bisher nicht bemüht, den Koran zu edieren und ihn stattdessen unhinterfragt hingenommen, muss man entgegnen, dass gerade die deutschsprachige Wissenschaft einiges auf diesem Gebiet geleistet hat. Vor zwei Jahrhunderten legte vor allem Abraham Geiger mit seiner Publikation "Was hat Mohamed aus dem Judenthume aufgenommen" einen Meilenstein der Forschung vor. Spätestens seit den 70er-Jahren gibt es Studien, die sich mit der Genese und der Komposition des Korantextes befassen und sich intensiv um eine Einordnung des Korantextes und der islamischen Traditionsliteratur in ihren literarischen Kontext bemühen.

Es muss um sinnvolle Kontextualisierung gehen. Indem der Inarah-Kreis eine "Überschreibung" oder ein "falsches" Verständnis älterer Traditionen postuliert, berauben sich die Forscher der wahren Möglichkeiten einer Kontextualisierung. Denn dafür muss die Forschung nicht nur christliche und jüdische, sondern auch altarabische Traditionen berücksichtigen. Außerhalb des Inarah-Kreises wird das alles längst betrieben.

Quelle: http://www.welt.de/kultur/article126248775/Darf-man-behaupten-Allah-sei-gar-nicht-so-gr...

Wenn die Mehrheit der Islamwissenschaftler die Thesen der Minderheit nicht teilt, heißt das noch nicht das die Minderheit falsch liegen muß.
Aber man sollte die Argumente der Mehrheit wenigstens einmal zur Kenntnis nehmen und nicht nur seinem Gefühl folgen.

Und wenn ich, wie auch hier im Forum, die Internet-Debatten über Religionen verfolge, wo selbsternannte Experten Zitate aus dem Kontext reißen und bei Nachfragen zu geben, noch nie Bibel und Koran gelesen zu haben - interessanterweise können einiger der "Mohammed-Leugner" [[zwinker]] auch kein Arabisch - dann kann es kaum um echtes Interesse gehen sondern viel mehr um Stigmatisierung von etwas was man nicht mag.

Schade eigentlich.

mfG
nereus


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