Unausweichliche Konsequenz?
Hallo Udo,
besten dank für Dein neues Buch; ich werde es lesen, sobald es bei mir ankommt.
Positiv denken - das sollte man immer, allerdings hege ich meine Zweifel, dass die schwierigen Umstände, welche wir durch unkontrollierte Zuwanderung hier erleben, sich damit in Wohlgefallen auflösen werden.
In der Schule wollte man unserer Klasse vor 23 Jahren auch immer vermitteln wie positiv, interessant und bereichernd andere Kulturen für unser Land sind, jedoch hat sich dies überwiegend nicht bestätigt und wir wissen alle, dass nicht jeder seine Herkunft und Identität wie ein altes Hemd ausziehen mag und gegen ein anderes tauscht.
Wer wird man, wenn man sich darauf einlässt, seine Herkunft "abzustreifen"; zu welchem Zweck, mit welchen Gewinnaussichten? Man wird zu einem Menschen zwischen den Kulturen, gleichsam einem Mensch, der es als bequem emfindet, zwischen zwei Stühlen zu sitzen.
Man kann sagen was man will; betrachtet man den Zusammenhalt innerhalb türkischer Familien, so ist dieser bemerkenswert gut und wäre fast das, was man sich in so mancher deutschen Familie nur wünschen könnte - und dieser gute Zusammenhalt soll der Integration in unsere moralisch verwahloste Gesellschaft geopfert werden? Ich kann nachvollziehen, dass dies kaum auf Verständnis stößt. Allerdings macht dies und noch eine ganze Reihe tieferer Verbundenheit zur eigenen Kultur die "Mauer" aus, an welcher die Integrationsbestrebungen unserer wohlwollenden Politiker scheitern.
Meine Überlegungen, wohin dies führen wird, lassen nur einen Schluß zu:
Eine gespaltene Gesellschaft ohne nennenswertes Miteinander zwischen "Neudeutschen" und den Authochtonen; stetige Zunahme der Forderungen durch die Zugewanderten, wie wir es mittlerweile schon erleben, bis hin zu dem Punkt, an welchem die "Urbevölkerung" in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Womöglich gibt es kurz vor Schluss einige größere, aber erfolglose Konfrontationen und Umsturzversuche - Bürgerkrieg?
Vielleicht werden wir sogar Gefallen an der Unterwerfung finden; manchen würde ich dies durchaus zutrauen
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Unsere Kultur ist stigmatisiert, nur wenige haben ein ausgeprägtes und unvoreingenommenes Selbst-Verständnis "Deutsche" zu sein; in Schulen wird generell kaum Platz für derartige Identifizierungsbestrebungen gelassen - man landet sofort in der Rechten Ecke, wobei dies keine differenzierte Betrachtungsweise ist. Dies ist die Keimzelle der Herkunftslosigkeit, der Weg in exakt jene Problematik, die wir nun immer deutlicher manifestiert erleben. Das "Sein" und das Wissen um die eigene Herkunft, als auch eine tiefe Bindung innerhalb der Familie sind mit verlockenden Ersatzhandlungen substituiert worden; lieber jubelt man Stars zu oder kauft sich glücklich...
Gruss, Fairlane