Messreihen

mh-ing, Freitag, 29.05.2015, 18:57 (vor 3883 Tagen) @ Positiv3472 Views

Das verlinkte Gerät für ca. 170€ zeichnet über den Zeitraum alle Pegel auf. Diese Rohdaten lassen sich grafisch darstellen über einen Ausdruck (Programm, meist mitgeliefert). Diese Messung zeigt dann an, in welchem Umfang der mittlere Lärmpegel als auch die Spitzen zu hoch liegen.
Noch besser ist es, wenn man mehrere Standorte für die Messung hat (Nachbarn) und man dort die Daten analog misst (selbe Zeiteinstellung) und somit die Daten korrelieren. Damit kann man dann die Behörden usw. unter Druck setzen, weil es dann nicht Mutmaßung, persönliches Empfinden usw. ist, sondern man hat Messdaten, welche das Problem klar darstellen.
Im Baubereich sind solche Messungen immer das große Thema. Jeder behauptet hier viel, aber erst mit einer genauen Messung wird das sachlich und dann fügt es sich meist schnell.

Der Einwand seitens der Behörden ist dann meist, dass das Gerät nichts taugt, nicht geeicht ist ... Daher sollte man hier wirklich ein entsprechend geeichtes Gerät haben, das evtl. beim Akkustiker sich noch bestätigen lassen (vor und nach der Messung).

Es ist aber ein nicht einfaches Unterfangen. Grund ist folgender:
Dann geht man zu Gericht mit diesen Daten, da die Behörden infolge Filz, kommunaler Interessen ... nicht tun. Mit diesen Daten kann man evtl. eine einstweilige Verfügung erlangen (was wirklich fast einzigartig wäre). Das Gericht wird meist einen öbv-Sachverständigen hinzuziehen. Der misst dann im folgenden Jahr bei der Veranstaltung. Dann dauert es wohl auch wieder Monate bis das Gutachten da ist und es kann gut sein, dass der Sachverständige die Werte bestätigt. Dann wird evtl. eine Verfügung gemacht, dass künftig der Lärm einzuhalten ist. Vielleicht gibt es da sogar schon etwas.
Dann aber hält sich keiner dran und man kann den Lärm ja nicht an jemandem individuell fest machen. Also wäre der Veranstalter dran. Der verweist auf die Maßnahmen und dann geht es mit dem Streiten munter weiter.

Praktisch opfert man ständig Zeit, Kraft und Geld in die Sache und wird selbst mürbe. Ich kenne das aus unzähligen Bauschadensprozessen. Zuletzt hat man bestenfalls eine geringfügige Lärmreduktion erreicht, derweil man von allen möglichen Leuten und der Obrigkeit dann bestenfalls schräg angesehen, meist aber wirklich mit Repressionen zu rechnen hat.

Daher ist hier wirklich zu fragen, ob es das alles lohnt.

Das Fest gab es wohl schon früher, bevor man hier hinzog. Es ist allemal viel weniger schlimm als jene, bei denen im Rheintal in wenigen Metern Abstand die Bahnen dröhnen.


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