Emotionalisierung ist Politik
Hallo eddie09,
ein sehr trauriges Einzelereignis wird hier medial in den Vorgrund
gerückt. Aber es gibt in Europa 150 Verkehrstote in 2 Tagen, da drängt
sich bei mir die Frage auf, ob die Politik mit Merkel, Steinmeier,
Hannelore Kraft lediglich ihre Profilneurosen auf dem Rücken der Opfer
ausleben. Daß diese Typen jetzt vor den Angehörigen die Absturzstelle
besichtigen ist schon skrupel- und pietätlos. Jetzt kommt der
Polittourismus.
Mit Profilneurose und Polittourismus hat das nichts zu tun. Das ist knallhartes Profigeschäft der Politik.
Absicht dabei ist es, sich selbst und eventuell die Position "emotional aufzuladen". Eine Extremform davon ist der Führerkult (beim Führer, bei den Kims, beim Adel), weniger extrem ist bspw. die Aufstellung von Kandidatinnen, die nur wegen ihrer optischen (=sexuellen) "Qualitäten" hervor zu heben sind.
Diese Emotionalisierung ist Teil der Machtentfaltung und des Machterhaltes. Sie ist sowohl entpolitisierend, da politische Sachfragen in den Hintergrund rücken (rein neurologisch gesehen schon). Gleichzeitig ist sie hoch politisierend, denn die jeweiligen Anhänger werden emotional blind und folgen, zu jeder Schweinerei bereit, da diese als "gut" gesehen wird, weil ihre Führung "gut" ist.
Durch die Emotionalisierung ist jede Diskussion mit derartigen Glanzaugen sinnlos. Die neurologische Konstruktion des Gehirns verhindert die rationale Erreichbarkeit. Die Beispiele dafür reichen vom Sportpalast über Religionskriege bis heute ins Internet zu den Putinisten.
Derartige Emotionalisierungen sind auch auf Ideen bezogen möglich (Demokratie, Freiheit, wegen ihres Doppelcharakters ist auch hier Religion zu erwähnen). Das ist allerdings schwieriger als personenbezogene Emotionalität. Die verstärkte Personifizierung gerade jetzt ist also ein eher bedenkliches Zeichen und steht für eine Re-primitivisierung von Politik.
Eine der Lehren aus möglichen kritischen Anmerkungen zu den vielen reisenden Politikern wird vermutlich werden, dass es ein regierungsinternes Regelwerk geben wird. Dort ist dann z.B. geregelt, in welcher Reihenfolge zu einem solchen Event, entschuldigung, einer solchen Katastrophe gefahren werden darf. Wäre unpassend, wenn jeder x-beliebige Abgeordnete auf einmal seine tiefe Betroffenhet via Flugdienst bei einem Busunfall mit deutschen Toten in Südafrika ausdrücken muss und dort dann dem BuPrä, der BuKa und verschiedenen Kabinettsmitgliedern auf die Füsse tritt.
Sicherlich ein interessanter und herausfordernder Job.
Gruß
Mercury