Geologie - setzen 6... ;-)

smiths74, Donnerstag, 13.10.2016, 16:44 (vor 3431 Tagen) @ Inventor4473 Views

Hallo Inventor,

Sie scheinen Ahnung von Physik zu haben, aber leider nicht von Geologie.
Die von Ihnen angepeilten Tiefen von +-25 km sind absolut unerreichbar.

Das hängt damit zusammen, dass das Gestein schon lange vorher in den spröd-duktilen Übergangsbereich (Stichwort Scherzone) kommt. Vereinfacht gesagt, hat das Gestein die Konsistenz von weichem Kaugummi. Darin bohrt es sich sehr, sehr schlecht, bzw. das Bohrloch verformt sich relativ schnell.
Duktile Verformungsmechanismen setzen bei etwa 11 Kilometer Tiefe und 300 °C ein. Die Übergangszone reicht anschließend bis zu einer Tiefe von etwa 16 Kilometer hinab, die herrschende Temperatur beträgt dort in etwa 360 °C. Unterhalb von 16 Kilometer kommen nur noch rein duktile Verformungen vor.

Diese Erfahrung musste auch das kontinentale Tiefbohrprogramm der BRD in Windischeschenbach machen. Das dort zwischen 1987 und 1995 abgeteufte Bohrloch der Hauptbohrung ist mit 9101 Metern Tiefe das tiefste in Deutschland und eines der tiefsten weltweit.
Zitat aus wiki:
Die ab 8. September 1990 in 200 Meter Entfernung folgende Hauptbohrung sollte daher nur wenig über 10.000 Meter erreichen. Hier wurden erst unterhalb von 4.000 Metern insgesamt 35 vereinzelte Kernproben entnommen, jedoch das Bohrklein kontinuierlich untersucht. Um die Reibung des Bohrstranges so zu begrenzen, dass die geplante Tiefe überhaupt zuverlässig erreicht werden konnte, wurde bis 7.500 Meter ein selbstständig steuernder Vertikalbohrkopf eingesetzt, mit dem die seitliche Abweichung auf 12 Meter begrenzt werden konnte. Wegen des erwarteten temperaturbedingten Versagens der Elektronik musste unterhalb dieser Tiefe konventionell weitergebohrt werden. Das Gestein befand sich ab dieser Tiefe im spröd-duktilen Übergangsbereich, so dass sich das Bohrloch durch unterschiedlich gerichtete horizontale Spannungen teilweise verformte. Der Bohrer blieb mehrfach stecken. Mehrfach musste er nach stückweisem Verfüllen des Bohrloches neu angesetzt werden. Diese Operationen nahmen ungefähr ein Jahr in Anspruch. Budget- und damit verbundene Zeitbeschränkungen waren schließlich für die Beendigung der Bohrung ausschlaggebend.

Die Hauptbohrung des Kontinentalen Tiefbohrprogramms wurde am 12. Oktober 1994 nach 1468 Tagen bei einer Tiefe von 9.101 Metern, ca. 300 Metern seitlicher Abweichung und einer Temperatur von 265 °C beendet.
Zitat Ende

Wenn es so schön einfach wäre, die Energieprobleme der Menschheit zu lösen, hätte es schon längst jemand getan!

Beste Grüße und nichts für ungut!

smiths74


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