Kapitalismus ist so ziemlich das ungerechteste System überhaupt.
Hallo,
Und der Unternehmer will für seinen hohen, teilweise schmerzhaften und
gar nicht so selten auch existenzbedrohenden Einsatz eine entsprechende
Prämie sehen. Die steht ihm zu.
Ja, allerdings braucht man nur ausreichend zu essen, ein Obdach über dem Kopf und warme Füße (naja, so ungefähr jedenfalls).
Was der "Kapitalismus" für Blüten bei einigen zeigt, dürfte bekannt sein. Hie Glaspaläste und Champagner für 3000.- die Flasche, da der Pfandflaschen suchende Penner, der nicht weiss, ob er morgen noch leben wird. Weil er kein Obdach und nix zu fressen hat. Und das nur, weil er am falschen Ort zur falschen Zeit geboren ist. Wer nicht sieht, dass hier etwas oberfaul ist, der sieht gar nichts mehr. Jaja, und jetzt kommt wieder der dumme Spruch: "Die sind halt faul, ungebildet und wollen nur auf Kosten der Fleissigen Leben!" - Diese Aussagen sind dermaßen menschenverachtend, dass es schon weh tut. Und das Schlimmste ist: ich habe so einen Schwachsinn auch jahrelang geglaubt.
Das Eigentum an Grund und Boden z.B. ist eine Perversität sondersgleichen. -Unfairer gegenüber den meisten jetzt lebenden und den noch nicht geborenen Erdenbürgern kann sich eine Gesellschaft praktisch nicht verhalten.
Wer einem "freien Kapitalismus" das Wort redet, der ist auf Bauernfänger hineingefallen (so wie ich auch jahrelang). Dann passiert nämlich genau das, was Ende des 19. Jahrhunderts passiert ist: eine superreiche Oberschicht, und verelendende Massen. Und genau dem gleichen Szenario steuern wir heute wieder zu. Exakt dem gleichen! - Das Problem ist, dass die superreiche Oberschicht uns Selbständigen einzureden versucht, dass Kapitalismus und freie Märkte super wären. Ja, für die oberen zehntausend auf der Welt ist das tatsächlich der Fall. Nur gehören wir alle mehr oder weniger zum doofen Mittelstand (und sind im Vergleich zu den Reichen wirklich sehr, sehr arm). Und genau aus diesem doofen Unternehmer-Mittelstand kommt der Ruf nach mehr "reinem" Kapitalismus. Genau dieser unternehmerische Mittelstand spielt den Superreichen voll in die Hände. Die Gehirnwäsche hat offensichtlich ausgezeichnet funktioniert!
Alles andere ist für mich einfach nur noch ein rotes Tuch.
Blinder Hass und Verteufelung von Ideologien hat noch nie genützt. Auch nicht die sinnlose Aneinanderreihung von Schlagwörtern. "Sozi", "Sozialismus" usw. haben z.B. eine negative Färbung bekommen. Ich frage mich eigentlich, warum?
Für die Mehrheit der Menschen ist ein gerechter Sozialismus eine sehr freundliche und faire Angelegenheit. Jeder steckt ein bisschen zurück, damit es der Mehrheit besser geht. Ich finde daran nichts Verwerfliches. Für viele hier sind ja "links", "grün", "Sozialist" usw. grobe Beleidigungen des Gegenübers. Ja - wenn man glaubt, dass die SPD oder die Linke Partei eine "sozialistische" Politik machen würde, dann ist man falsch gewickelt. Die sind nicht "links" oder "sozialistisch". Sondern bürgerlich rechts. Da muss man nur hinter die Fassade blicken. Das ist ein verlogenes Spiel, was hier abläuft. NIEMAND von denen hat ernsthaftes Interesse daran, dass es "dem kleinen Mann" besser geht. NIEMAND!
In der Regel
sind Vertreter solcher Positionen Gewerkschaftler oder Lehrer. Bei Dir
vermute ich Zweiteres. Meistens noch Berufsschule.
Ich finde Falkenauges Analysen gar nicht übel (jedenfalls, das wenige, was ich gelesen habe) - wenn man sich von alten Vorurteilen einmal gedanklich frei macht. Wenn man natürlich ein verblendeter Ideologe ist, für den die Position des Gegenüber "ein rotes Tuch" ist, dann hat man es natürlich schwer, die wirklichen Tatsachen zu sehen. Wer eine rote oder braune Brille trägt, sieht natürlich alles rot oder braun. Das ist doch logisch. Brillen abnehmen bitte und klar sehen - wenigstens versuchen sollten wir es!
Michail Bakunin sagte:
„Die Gesellschaft [ist] so zu organisieren, dass jedes auf die Welt kommende männliche oder weibliche Wesen ungefähr gleiche Mittel zur Entwicklung seiner Fähigkeiten und ihrer Nutzbarmachung durch die Arbeit vorfindet…“
So gehört sich das, da hat er völlig recht. Was hier abläuft ist ein schmutziges Spiel, und sogar irgendwelche idiotischen Kleinunternehmer rufen nach "mehr Kapitalismus" weil sie ja so arm und klein sind. Und durch die "soziale Politik" so gegängelt werden. Ha! - Die Politik ist eben nicht sozial, sondern höchst asozial! Mittlerweile erkenne ich diese Hilferufe nach "mehr Kapitalismus" der Kleinunternehmer als chronische Krankheit. Die kleinen und mittelständischen Betriebe sind eben klein und mittelständisch, weil sich immer mehr Ressourcen bei den Superreichen akkumulieren. Auch hier wird immer Ursache und Wirkung verwechselt, zugunsten weniger Familien, zu ungunsten fast aller.
Aufwachen ist angesagt, und nicht das Nachplappern von irgendwelchen Worthülsen.
Grüße,
Prophet