Ich habe in meiner Familie auch Betroffene. Es wird "weitergegeben".
Danke für Deinen Beitrag!
Ich habe in meiner Familie auch Betroffene, habe dies jedoch erst begriffen, als ich 40 Jahre alt war. Beide Eltern haben kaum darüber gesprochen und so weit es ging alles der "Vergessenheit" anheim gegeben. Meine Mutter hatte darüber eine "Herzneurose" entwickelt (Anfalle mit Herzrasen/Stillstand? und Todesangst), die ich teilweise als Kind alleine miterlebte. Sehr viel später begriff ich, dass dies damit zusammengehängt haben musste, dass "man" ihren Großonkel in einer "Kur-Klinik" tötete und die Familie daraufhin ihren Vater "versteckte". Auch dem behandelnden Arzt hätte ein ähnliches Schicksal gedroht. Als Kind versteht man die "Angstanfälle" nicht. Es gibt übrigens Veröffentlichungen von Prof. Butollo zum Thema "Trauma".
Kriegserlebnisse werden von den Betroffenen anders eingeschätzt, als rein persönliche Traumata. Es ist ein "sinngebendes Ganzes" vorhanden und dadurch, dass fast alle Menschen in der Umgebung Betroffene waren, können die Menschen dies auch "anders" einordnen. Eine Traumatisierung der Persönlichkeit ist es trotzdem. Es gibt viele auf diese Art und Weise traumatisierten Völker.
Das gehört leider auch zur Geschichte der Menschheit.
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