Nicht falsch gestrickt / Erklärung mit techn. Metapher
Guten Abend Helmut,
Du bist sicherlich nicht falsch gestrickt.
Entweder hattest Du noch nicht dein - ich nenne es mal - Aha-Erlebnis, oder aber Du bist bedingt durch deine genetische Disposition davor geschützt. Solle es auch geben. Es gibt noch zig andere Auslöser: Autoimmunerkrankungen (such mal nach @Arvid hier im Forum), hormonelle Störungen, klassische verkorkste Kindheit etc.
Vielleicht ist es auch ein Fehler, hier zu kommentieren. Andererseits ist
dieses Forum ja auch dazu da, sowas wie Meinungsaustausch zu betreiben.Ich persönlich hab schon alles Mögliche durchgemacht, insbesonders im
Geschäftsleben, auch familiär, - wie auch immer. Es waren viele
Tiefschläge dabei, und trotzdem habe ich noch genügend Energie, im Alter
von einiges über 60 immer noch mit Volldampf vorauszugehen.
Du kommst aus der technischen Schiene, deshalb werde ich versuchen es Dir mit einer technischen Metapher zu erläutern. Ich kann nur von mir sprechen, ein Schicksalsschlag hat mich nicht auf die mentalen Bretter geschickt, auch nicht zwei oder drei, bei mir waren es - ohne jetzt weiter ins Detail zu gehen - mehrere harte hintereinander. So und jetzt zur Metapher:
Du fährst Auto, schön entspannt auf der Autobahn, immer vor dich hin zwischen 100 und 120. Dein Verbrauch (Dopamin, Adrenalin, Cortisol) ist gleichbleibend bei 5 Liter je 100 km, Du braucht wenig bis gar keine Bremsbeläge (Gaba) und deine Kühlertemperatur (Serotonin) ist schön im grünen Bereich. So jetzt kommen von hinten mehrere Fahrer und nötigen dich Vollgas zu fahren, sie machen die hinteren Spuren dicht und fahren Dir mit Lichthupe auf. Was machst Du (in dem Fall dein Körper)? Du gibst Gas, drückst das Pedal durch und fährst 270, was die Maschine hergibt. Nur jetzt ist dein Verbrauch (Dopamin, Adrenalin, Cortisol) bei 15 Liter je 100 km. Durch das vermehrte bremsen und beschleunigen nutzen sich deine Bremsbeläge (Gaba)vermehrt ab und die Kühlertemperatur (Serotonin) nähert sich dem roten Bereich. Was machst Du, da Du technisch versiert bist? Du tankst nach, erneuerst ggf. die Bremsscheiben und -beläge und füllst Kühlerflüssigkeit und Motoröl (Hormonbausteine) nach. Nichts anderes ist es mit NEMs, wenn Du deinen täglichen Verbrauch nicht mehr über die normale Nahrungsaufnahme decken kannst, bwz. die Aufnahme wg. Darmbeschwerden etc. verringert ist, musst Du höher dosiert ergänzen. Du kannst Dir ja ausmalen, was passiert wenn Du 2-3 Jahre vollgas fährst, ohne Servicetermine!?!
Erst recht nicht, wie
man das durch Ernährung oder Medikamente regulieren kann. Sind da sicher
keine Placedos dabei?Bitte nicht mißverstehen, - es ist nicht provokativ gefragt, - eher
unwissend.
Guter Punkt, der Körper beinflusst den Geist und der Geist den Körper. Wenn ich mich wohlfühle bin ich natürlich widerstandsfähiger gegen psychische Leiden.
Mag sein, dass es auch an der eingebläuten persönlichen Einstellung
liegen kann? Bei uns zuhause gabs ein ehernes Sprichwort: "Niederfallen ist
keine Schande, aber das Liegenbleiben.." . Dazu hat sich in Siebenbürgen
ein anderes gesellt, - das die Krankheit schlechthin als etwas Negatives
empfindet. Insbesonders bei den deutschstämmigen älteren Bauern konnte
ich das beobachten.
Ich sags mal so, eine psychische Krankheit äußert sich oft nicht anderes wie eine körperliche. Manchmal sind beide nicht von einander zu unterscheiden. Siehe oben Körper und Geist.
Niemanden konnte ich entdecken, der mit seiner
Krankheit "geprahlt" hat, oder sie überhaupt anderen gegenüber erwähnte,
um Aufmerksamkeit zu erlangen, wie es bei vielen Zeitgenossen üblich ist."Das ist nichts", - wenn man jemanden auf ein Leiden angesprochen hatte.
Barg natürlich die Gefahr in sich, dass man ernsthafte Krankheiten
ignorierte und erst zu spät handelte.
Wenn deine Speicher aufgebraucht sind, kann durchaus, auch bei bester mentaler Verfassung eine Depression/Burnout entstehen. Ganz simpel, weil die Baustoffe fehlen. Eine Zeit lang kompensiert der Körper diese Missstände, aber irgendwann ist Schicht im Schacht.
Was meine ich damit: Wenn das Umfeld stimmt und der Mensch mit einem
gewissen Maß an persönlichen Willen ausgestattet ist, dann kann doch
sowas eigentlich nicht passieren, das mit Depression und Burnout. Oder ist
das genetisch bedingt?Was meine ich mit Umfeld:
Harmonisches Verhältnis in der Familie, persönliche Befriedigung in der
beruflichen oder anderen Tätigkeit (auch Hobbies), Körperfitness in
vernünftigem Rahmen (gesunder Geist im gesunden Körper), ausgeglichenes
Sexualleben, persönliche Ziele vor Augen.
Keine Panik ich nehm's Dir nicht krumm. Ich hoffe ich habe mich einiger Maßen verständlich ausgedrückt.
Also, ich betone nochmals, dass ich das nicht deshalb schreibe, weil ich
Leute mit depressiven Krankheiten abwerte, sondern weil ich es einfach
nicht verstehen kann, wie sowas zustande kommt.Nichts für ungut!
--
Grüße
---
... and girls of course!
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