Danke für die Mühe

helmut-1, Siebenbürgen, Donnerstag, 21.04.2016, 22:31 (vor 3583 Tagen) @ Ikonoklast3715 Views

Guten Abend Helmut,

gleichfalls guten Abend,


Du fährst Auto, schön entspannt auf der Autobahn, immer vor dich hin
zwischen 100 und 120. Dein Verbrauch (Dopamin, Adrenalin, Cortisol) ist
gleichbleibend bei 5 Liter je 100 km, Du braucht wenig bis gar keine
Bremsbeläge (Gaba) und deine Kühlertemperatur (Serotonin) ist schön im
grünen Bereich. So jetzt kommen von hinten mehrere Fahrer und nötigen
dich Vollgas zu fahren, sie machen die hinteren Spuren dicht und fahren Dir
mit Lichthupe auf. Was machst Du (in dem Fall dein Körper)? Du gibst Gas,
drückst das Pedal durch und fährst 270, was die Maschine hergibt. Nur
jetzt ist dein Verbrauch (Dopamin, Adrenalin, Cortisol) bei 15 Liter je 100
km. Durch das vermehrte bremsen und beschleunigen nutzen sich deine
Bremsbeläge (Gaba)vermehrt ab und die Kühlertemperatur (Serotonin)
nähert sich dem roten Bereich. Was machst Du, da Du technisch versiert
bist? Du tankst nach, erneuerst ggf. die Bremsscheiben und -beläge und
füllst Kühlerflüssigkeit und Motoröl (Hormonbausteine) nach. Nichts
anderes ist es mit NEMs, wenn Du deinen täglichen Verbrauch nicht mehr
über die normale Nahrungsaufnahme decken kannst, bwz. die Aufnahme wg.
Darmbeschwerden etc. verringert ist, musst Du höher dosiert ergänzen. Du
kannst Dir ja ausmalen, was passiert wenn Du 2-3 Jahre vollgas fährst,
ohne Servicetermine!?!

Dann machts irgendwann mal "Kracks" und die Kiste ist im Eimer. Um bei diesem geschildertem Beispiel zu bleiben, - dann fahre ich mal bei der nächsten Abfahrt hinaus und Richtung Berge. In den Wäldern lade ich meine Batterien wieder auf. Schon x-mal habe ich beobachtet, wie sich mein Sehvermögen, das sich arbeits- und altersbedingt abschwächt, beim Anblick von viel Natur und Grün wieder stabilisiert.

Geht auch anders. Manchmal übertreibe ich mit meinem 16 Std. Tag die Sache etwas, - zumal da oft auch das Wochenende dran glauben muss. Ich weiss genau, wo mein Schwachpunkt ist. Wenn sich da was zu Wort meldet und die Pumpe klopft an, - dann kann es passieren, dass ich das ganze Wochenede auf der Couch liege und dem Körper seinen Willen lasse. Auch wenn 5 Pläne auf dem Zeichenbrett aufgespannt sind und auf Bearbeitung warten.

Eine Zeitverzögerung aufgrund meiner "Auszeit" ist zwar ärgerlich, aber wenn ich richtig auf der Schnauze liegen würde, dann hat keiner was davon, - dann ists viel schlimmer. Warum geht das nicht beim sog. Burnout, sich genauso zu verhalten?

Guter Punkt, der Körper beinflusst den Geist und der Geist den Körper.
Wenn ich mich wohlfühle bin ich natürlich widerstandsfähiger gegen
psychische Leiden.

Das mit dem von mir genannten Umfeld ist nicht so ganz ausführlich erklärt. Was das Wichtigste dabei ist, das ist das persönliche Dreieck von Körper, Geist und Seele. Dieses Zusammenspiel, dessen Eckpunkte bei jedem Menschen in unterschiedlicher Priorität stehen, machts aus. Insofern kann ich Deinen vorstehenden Satz sehr gut verstehen.

Wenn deine Speicher aufgebraucht sind, kann durchaus, auch bei bester
mentaler Verfassung eine Depression/Burnout entstehen. Ganz simpel, weil
die Baustoffe fehlen. Eine Zeit lang kompensiert der Körper diese
Missstände, aber irgendwann ist Schicht im Schacht.

O.k., - verständlich. Was ich aber nicht verstehe, - der Mensch muss doch sein persönliches Defizit merken. Das schleicht sich doch nicht unbemerkt ein. Beispiel: Hab derzeit eine schwierige Baustelle, bin wg. der räumlichen Entfernung oft lang unterwegs, - und trotzdem. Grade heute am Donnerstag haben wir (so wie jede Woche) Probeabend unserer Musikband. Stört mich schon auch, dass ich da pünktlich an einem bestimmten Ort sein muss, - aber diese drei Stunden bauen mich in anderer Hinsicht wieder auf. Es ist ein fühlbarer Gegenpol zum üblichen Tagesablauf. Und nach der Probe gehe ich zufrieden nach Hause. Ich wär doch bescheuert, wenn ich das abwürgen würde, - ich merke ja, dass es mir gut tut.

Keine Panik ich nehm's Dir nicht krumm. Ich hoffe ich habe mich einiger
Maßen verständlich ausgedrückt.

Hast Du, und danke dafür. Aber einiges verstehe ich trotzdem nicht, - das siehst Du an meinen Kommentaren.


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