Die Spätform der christlichen Gesellschaft?
Die Ablehnung des Christlichen seit Nitsche, öffentlich prägend seit 1967, ist nichts weiter als die Spätform der christlichen Gesellschaft.
Das "Liebe Deinen Nächsten"-Gebot wandelt heute ebenso als "nuttiger Teenager" wie als "Gutmensch" oder "Angela Merkel" (pfuideibel) durch die Gegend. Die Tradition tritt dabei, und das finde ich faszinierend, als Ablehnung der Tradition auf: Die Gesellschaft muss das Christliche ablehnen, um unter der Bedingung der modernen, pluralen Gesellschaft christlich sein zu können.
Ich wage hier mal die steile These: Unsere Gesellschaft ist sehr, sehr viel mehr "christlich gläubig" als wir meist denken oder wahrnehmen.
Die interessante Frage ist übrigens: Kommt es nach der "Bejahung durch vermeintliche Verneinung" zu einer Renaissance im Sinne der "Bejahung durch Bejahung" oder geht das Christentum tatsächlich unter, so dass man sich noch nicht einmal mehr davon abgrenzen muss (so ähnlich wie sich heute auch niemand mehr von Odin oder Jupiter abgrenzen muss, weil sich die Frage schon gar nicht mehr stellt).
Revo.