wegen der Dogmen

nereus, Freitag, 18.12.2015, 08:21 (vor 3702 Tagen) @ Loki3580 Views

Hallo Loki!

Du schreibst: Das mit den Heiligen ist so eine Sache, weil Lutherianer und Fundamentalisten diese ablehnen; auch die Anbetung Maria´s wird nirgends im Neuen Testament geboten, also sind das im Prinzip nur neue Namen für alte Schutzgötter und das ist die Fortsetzung heidnischer Bräuche (Siehe Jeremia 10) und nicht christlich. Das Hochfest der Liebe, Pfingsten, wird m.W. immer ca.60 Tage nach Ostern gefeiert, das klappt also nicht zur Sommersonnwend.

Das Hochfest der Liebe?
Geht es bei Pfingsten nicht um die Ausgießung des Heiligen Geistes oder ist das nur eine andere Umschreibung von Dir für das gleiche Ereignis?

Vielleicht(*) haben sich die "Religionsstifter" (unsere Päpste) auch gedacht: Zur Sommersonnwend isses draussen so schön, da lassen wir das Volk ein grosses Feuer machen und die Hexen um den Blocksberg tanzen, wie es sich für alte keltische Bräuche gehört, damit die wieder zunehmende Finsternis sich gleich so richtig heimelig fühlt.

Möglich ist vieles, ich sehe es so.
Wenn sich Kulturen vermischen, mag eine die Andere überwiegen, aber die Unterlegene verschwindet nie vollständig. Bei Sprachen ist es auch so.
Daher vermute ich eher ein Arrangement der Kirchenoberen, um die Schafe auf der Weide zu halten.
Lieber den Zaun etwas großzügiger gestalten und nicht jeden Quark auf die Goldwaage legen, also so wie es etwa große Staatsführer machten und machen, wenn sie ein Multikulti-Völkergemisch unter Kontrolle und im Frieden halten wollen.

Die Kirchenhistoriker können aber niemals schlauer als die originalen Quellen sein, und diese Originale zum Urchristentum und den ersten Jahrhunderten des Papsttumes liegen seit über 1000 Jahren gut verschlossen in den tiefen Kellern des Vatikans und die Kirche hatte Jahrhunderte lang Zeit, die Geschichte neu zu schreiben und diese vor 1500 Jahren gefälschten Dokumente könnten uns heute als Originale präsentiert werden. Wie will man das heute beurteilen können?

Richtig, aber das beinhaltet auch die Möglichkeit, daß der Fälschungsvorwurf massiv übertrieben wurde, um die „frohe Botschaft“ in Mißkredit zu bringen.
Was gibt es nicht alles für Theorien über Jesus mal mit Maria Magdalena, mal ohne und dann etwas enger mit dem Lieblingsjünger, was Volker Beck eigentlich bejubeln müßte, dann als Gründer der Antifa [[zwinker]] und Revolutionär, der mit der römischen Besatzung nicht klar kam. Und so geht es weiter und so fort.
Unterm Strich geht es jedoch jedes Mal darum, den Menschensohn von seiner Herkunft zu trennen und ihn komplett ins Irdische zu verbannen.
Das ist doch letzten Endes der Sinn der ganzen Aufklärung – die Austreibung von Gott aus den Gedanken der Menschheit.
Doch genau mit diesem Problem hat sich Jesus ganz real beschäftigt.
Es wird geradezu irrwitzig wenn man die vielen Theorien zur Kenntnis nimmt und sie dann versucht mit den Aussagen der Evangelien zur Deckung zu bringen.

Eine wirklich gute Idee hat der Jesus-Verächter @trosinette ins Spiel gebracht, was aufzeigt, daß er seinen Haß-Attacken wohl selbst nicht ganz über den Weg traut. Er schrieb u.a.:
Es ist natürlich möglich, dass die ungeheuerlichen Erkenntnisse des Debitismus für die Kirchenväter seit eh und je ein alter Hut waren und sie sich beim errichten des Herrschaftsmodells wissentlich einer debitismusresistenten Figur samt Botschaft bedient haben, der gegen unsere ewig wiederkehrenden materiellen und geistigen Totalpleiten immun zu seien scheint.

Hier blitzte kurzzeitig ein sehr interessanter Gedanke auf, den er zwar debitistisch herleiten will, was ich nur bedingt für zutreffend halte, aber er weist mit dem ausgestreckten Finger auf das irdische Zeitproblem hin und das hat dann schon wieder ordentlich Schmackes.
Wenn man, gefangen in der eigenen zeitlichen Beschränktheit, nicht bereit ist über die Zeit- und Raumgrenzen hinaus zu denken, wird man nie erfassen, worum es im Kern der Religionen als auch der Mysterien wirklich geht.
Es ist, als würde man sich mit Jemanden unterhalten dessen Sprache man nicht versteht.

"Altertumsforschung", "Ägyptologie", "Evolutionslehre" und Anthroposophie sind GEISTES-Wissenschaften, die einem noch grösserem Dogma unterliegen als die NATUR-Wissenschaften, die bis zu einem gewissen Bereich durch Beobachtung oder Experimente verifiziert werden können.

Das paßt!
Allerdings weißt Du natürlich auch, daß selbst die Naturwissenschaften an ihre Grenzen stoßen, wenn man einer neuen Religion zu Leibe rücken will, die sich ausschließlich auf das irdische Dasein und seine Wirren beschränkt. Gerade hier wäre eine naturwissenschaftliche Beweisführung mehr als sinnvoll - aber irgendwie will man das wohl nicht. [[lach]]

Übrigens, Deine Debatte mit der Hasbara Fraktion hinsichtlich Valentina Lisitsa war sehr ermutigend. [[applaus]]

mfG
nereus


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