Der gelehrte Jesus
Wie konnte er als Analphabet den Juden in den Synagogen die Schriften > > auslegen, schon als Zwölfjähriger? Was ist das für eine ignorante > > Logik?! > > Und wenn er selbst nichts Schriftliches hinterlassen hat - könnte das > > nicht Absicht gewesen sein?
Warst du dabei? > Nein, ich meine jetzt nicht die Auslegung der Schriften (welcher?) durch > Jesus im Tempel von Jerusalem, obwohl auch das interessant wäre, nein, ich > meine, warst du dabei bei der evolutionären Entwicklung Gottes in den > letzten beiden Jahrtausenden?
Ich habe über die \"evolutionäre Entwicklung Gottes in den letzten beiden Jahrtausenden\" nichts behauptet.
Zur Auslegung der Schriften:
\"Und es begab sich, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antworten.\" (Luk. 2, 46-48)
Die Lehrer waren die Schriftgelehrten, also die Gelehrten der jüdischen Schriften des alten Testamentes usw. Wie kann er sie dazu klug fragen und auf ihre Ausführungen klug antworten, so dass alle sich wunderten, wenn er die Schriften nicht genau kannte, also gründlich lesend studiert hatte?
\"Und Jesus hob an und sprach, da er lehrte im Tempel: Wie sagen die Schriftgelehrten, der Christus sei Davids Sohn? David selbst hat durch den heiligen Geist gesagt: \"Der göttliche Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis dass ich lege deine Feinde unter deine Füße.\" Da heißt ihn ja David seinen Herrn. Woher ist er denn sein Sohn?\" (Mark. 12, 35-37)
Jesus zitiert hier David offensichtlich aus den Psalmen und sagt: Wenn David ihn (Christus) seinen Herrn nennt, wie kann er denn dann sein Sohn sein. Er kennt also die Schriften genau. Natürlich wusste er, dass er, Jesus, von David abstammte, aber er unterschied sich als Christus, der Gott, der Herr, von dem Menschen Jesus, in dem er lebte.
In Goethes \"Faust\" sagt der Erdgeist zu Faust, der sich ihm gleich > dünkt: > > \"Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir.\" > > > >
Also es gibt auch einen geistigen Analphabetismus.
Warst du da jeweils dabei?
Was soll diese Frage? Das ist ein Zitat aus Goethes Drama. Goethe war der Überzeugung: Man kann nur das begreifen, dem man gleich ist, dem zu gleichen man sich mindestens aufgemacht hat, innerlich entgegen zu leben. Man muss etwas von ihm aufgenommen haben, um es erkennen zu können. \"Wär nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken; läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft, wie könnt uns Göttliches enhtzücken.\" Darüber lohnt es sich nachzudenken.
Gruß
Falkenauge