Spaltung und Wahrheit
Liebe Orodara,
vielen Dank für Deine weisen Worte. Die Spaltung zu betonen UND sie zugleich zu einer Nebensächlichkeit erklären - das ist wahrhafter Teufelswille. Zumindest ist es ehrlich in seiner Selbstzerstörung - und die soll zur Auflösung des Überfälligen ihren (und nur den) Platz auf dieser Welt bevölkern.
Wer statt die Botschaft Jesu zu erkenneen die überlieferten Buchstaben zerlegt, handelt etwa so klug wie die Ärzte, die durch zerschneiden des Gehirns das Seelenzentrum entdecken wollen (etwa in der Zirbeldrüse, wo man sie früher haben wollte).
Allerdings glaube ich nicht wie Du, dass wir im Tode alle gleich sind. Wie kommst Du auf diesen Glauben? Er ist weder christlich noch logisch meiner Ansicht nach. Wir sind dann weg aus dieser Erdenwelt - und sonst? Wir mögen Schwierigkeiten mit der konkreten Vorstellung haben, wie es im Jenseits "aussieht", aber was ändert das? Wir können auch nicht Tag und Nacht gleichzeitig erleben, genausowenig wie wir eine Kugel gleichzeitig und unverzerrt von allen Seiten sehen können.
Für jeden Hinweis wäre ich dankbar!
Und bei noch einem zweiten Punkt bin ich unschlüssig, was ich von Deinen Aussagen halten soll: Du sagst, wir Europäer seien "zu arrogant" und würden "geistig fett". Ich würde Dir sogar spontan zustimmen, aber ich frage mich, ob nicht das Betonen dieser "Arroganz" selbst die arrogant ist.
Das Bildnisverbot ist übrigens spezifisch jüdischen Ursprungs, und die Mohammedaner haben das übernommen. Ob es weise ist, weiß ich nicht, obwohl klar ist, dass goldene Kälber und Götzen die Beziehung zu Gott verwirren können. Aber wir sind doch Menschen, die im Irdischen verkehren. Gerade das Ziel unserer größten Sehnsucht nicht abbilden zu dürfen, kommt mir sehr seltsam vor. Eine Abbildung ist ja doch nur ein Symbol, und kein Ersatz...es erinnert mich an ungute Sexualverwirrungen à la "nicht-berühren-dürfen weil unrein etc.". Wie siehst Du das?
Nochmal zu uns Europäern. Ist "der Europäer" oder "Deutsche" arrogant, wenn er das Eigene mehr liebt als das Fremde?
Mit Jesus gesprochen ist alles, was sich selbst verneint dem Untergang geweiht (wörtlich etwa: was nicht mit sich selbst übereinstimmt). Also auch das, was sich selbst kasteit ohne Selbstliebe.
Diese Lektion würde ich z.B. gerne nicht von den Ultra-Mohammedanern lernen müssen.
Genauso kann ich in der jüdischen Liebe zur gegenstands- und bildlosen Abstraktion wenig Resonanz mit meinem eigenen Gemüt finden. Bin ich arrogant, wenn ich das nicht lernen will?
Meines Erachtens ist Selbstkonsistenz ein hohes Gut. Du sagst es ja auch:
..
Ich bin nicht zwei, sondern eine/r.
...
Wer, das darf ich nicht verraten, denn das erkenne jeder selbst.
...
Ich platze vor Neugier! Und ich erkenne Dich nicht. Aber vielleicht mit einer Antwort von Dir
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Viele Grüße
nvf33