Jawohl, vor unangenehmen Veränderung habe ich Angst
Denn wer glaubt denn, dass die Neuen sich integrieren werden? Im günstigsten Fall gibt's am Ende eine Melange. Nicht nur genetisch, das wäre das Geringste, aber kulturell! Und dieser Prozess ist konfliktreich, immer gewesen, viele Tote, viel Hass, viel Wohlstandsverlust (ist hier erschöpfend beschrieben). Die Amis haben das gelebte Multikulti bis heute nicht befriedigend hingekriegt, und die kennen sich aus mit Melting Potts: Jahrhunderte Ärger mit den Folgen der Sklaverei, Stress mit den Eingeborenen, und der Neid auf das verhältnismäßig homogene Deutschland, mit viel weniger inneren Reibungsverlusten. Für mich verteidigungswert, unser Vorteil, auch ökonomisch (darf man noch "volkswirtschaftlich" sagen oder ist das auch ein zu überwindendes Denken in Zeiten der Globalisierung?).
Was ist schlimm daran, davor Angst zu haben, dass meine Welt sich unwiederbringlich zum Schlechten für mich verändern soll? Dass ich immer mehr Jammer auf den Straßen sehen werde, auch aggressive Menschen? Aufwand für Sicherheit wie in Brasilien? Misstrauen, No Go Areas? Dass ich mir im Alter Vorwürfe machen werden muss? Wenn mein Enkel mir erzählt, dasunddas Mädel wäre leider jüdisch, geht gar nicht, und das andere letzte Woche griechisch orthodox, oder die andere ... auch wieder nix ... Und ich sage ihm dann: Sowat hat es zu meiner Zeit nicht gegeben, wat für'n Jammer, hatte ich tolle Bräute ...
Hat dein Opa mit verbockt, naja, wir waren halt blauäugig damals?
Ich sehe ja irgendwie ein, dass das ehemals größte Kraftwerk xyz jetzt ein Öko-Ponyhof ist, dem Erdboden gleichgemacht, das tut aber trotzdem weh, weil ich da mal gelernt habe und das hatte mich kollossal beindruckt. Aber ich sehe nicht ein, warum ich Veränderung akzeptieren soll, die zu sog. "Rassenkrawallen" hier führen muss wie in U. S. A. usw.
Die Grünen haben Angst, dass die Natur sich verändern könnte, oder das Klima, ohgottogott. Und diese Angst scheint voll OK zu sein, oder? Dabei gibt es kaum was, was so variabel ist, wie die Natur. Auch in der Sahara, oder auf dem Mond ist schließlich Natur. Das Problem ist nur, dort zu leben ist nicht attraktiv für mich. Ich hab's lieber ein bissel nasser.
Und meine Gesellschaft mag ich doch lieber ein bischen homogener, zum Beispiel möchte ich in der Bahn einfach mal so, jawoll, ganz entspannt, mit den Leuten quatschen, nur zum Vergnügen, ohne Risiko, in Deutsch. Bin ich jetzt provinziell, oder gar schon Nazi, wegen "hier spricht man deutsch"? Wird alles nicht mehr so sein demnächst, in Stuttgart schon lange Alltag, habe da Verwandte, möchte da nicht wohnen.
Eine Generation weiter sind die Neuen schon hier geboren, mit welchem Recht wollen wir denen dann unsere Lebensart aufzwingen? Oder kippt das, und wir machens dann wie die Amis mit ihren "Niggern"? Das Wort wird heute leider mit dem Wort "Neger" unzulässig gleichgesetzt, vorauseilendes Fremdschämen. Auch davor habe ich Angst, Sprachregelungen, Unsicherheit, Verfolgung ...