von Foerster und andere Kybernetiker sagen ...

CrisisMaven ⌂, Montag, 03.08.2015, 15:35 (vor 3825 Tagen) @ Zorro8860 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 03.08.2015, 15:39

Handle stets so, dass die Wahlmoeglichkeiten groesser werden ...

"ein Buch lesen."
Das ist für mich eine zufriedenstellende (wenn auch überraschende) Antwort auf meine ursprüngliche Frage.

Es ist dieselbe, wie bei zwanzig Minuten Zugverspaetung nicht alle zwei Minuten auf die Uhr zu schauen. Die, die ich auf Bahnhoefen so agieren sehe, von denen weiss ich die spaetere Herzinfarktrate ziemlich exakt.

"Unser" Diskussionsverlauf ist als unglücklich zu bezeichnen.

Leider. Nach dem Stromausfall haette es gar nie soweit kommen koennen.

Es ging wirklich nur um die Variante: "Asketisch in die Röhre gucken", oder "Komfortabel die Zeit totschlagen", insofern die Außenwelt während der Ausfallzeit mehr oder weniger stillsteht.

Ich bin nun mal in einer Zeit aufgewachsen, da Bibliographieren einen tagelangen Aufenthalt in Magazinen von Universitaetsbibliotheken erforderte und nicht durch Suche bei Deutscher Nationalbibliothek oder Library of Congress im OPAC-Katalog zu erledigen war.

Man musste u.U. Wochen auf Fernleihen warten. Dann hatte man zwei bis vier Wochen Zeit und musste in der Zeit nicht nur lesen, sondern auch noch seine Exzerpte anfertigen, danach war sonst alles wieder weg (Kopien kosteten 50 Pfennig das Stueck und fuenfzig Pfennige waren in etwa soviel wie fuenf Euro heute!). Heute ist das alles so komplett anders, dass ich Schwierigkeiten habe, juengeren Menschen zu erlaeutern, wie das denn frueher war, wenn jemand wegen einer Bestellung irgendwo anrief: "Ferngespraech" hallte es durch's ganze Buero. Das war teuer, alles rannte durcheinander. Dann suchte man auf dem Gang einen Ordner, alphabetisch sortiert, schlug ihn auf und zitierte. Heute alles anders, alles ERP-Systeme. Die freundliche Stimme bedient den Hamburger Anrufer aus Cork/Irland oder gar Pakistan ... die Daten auf deren Bildschirm stammen aus der Amazon-Cloud.

Ich weiss genau, das weiss ich ganz genau, wie das schon eine Sekunde nach dem EMP aussieht. Und: keine Ordner zum Nachschlagen auf dem Gang ...

Dennoch: das ist keine dreissig Jahre her, die Zeitspanne, die man fuer gewoehnlich "eine Generation" nennt.

Ich zaehle weder zur einen noch zur andern Zeit. Frueher habe ich mir einen Computer gewuenscht (mir war schon 1971 klar, das wird kommen), andererseits kann ich noch eine sog. Aufbau- und Ablauforganisation komplett auf "Papier und Bleistift" aufbauen.

Und dennoch verlasse ich mich auf das meiste nicht, damals wie heute - ich versuche, es moeglichst im Kopf zu haben.

Womit wir wieder beim Thema waeren, sorry fuer die Einleitung, aber sie ist wichtig, dann verschwindet hoffentlich manches Verstaendnisproblem.

Wie verhält sich @CM in der Praxis nach einem Sonnensturm oder EMP-Ereignis?

Und hier schliesst sich der Kreis: ich weiss es nicht konkret. Wuesste ich das, ja waere es ueberhaupt moeglich, das genau genug vorherzuplanen, dann waere ich mit dieser Dienstleistung sicherlich bereits Milliardaer.

Es ist aber nicht vorher planbar. Behaupte ich jedenfalls.

Es waere ("waere"!) denkbar, im hintersten Amazonas so zu verschwinden, dass nach zwanzig Jahren auch die Bauarbeiter, die einem dort die "Festung" gebaut haben, einen laengst vergessen haben, dort alles mit Dauerkonserven vollzustopfen, Wasservorraete, autarke Energieversorgung und dann sich auch nicht vor marodierenden Banden fuerchten zu muessen.

Aber in sog. "zivilisierten" Gegenden?

Nur ein Beispiel: vor ein paar Jahren zogen Banden aus Ex-Jugoslawien durch waldreiche deutsche laendliche Gebiete, lebten im Wald, klauten Autos und rissen mit denen Tresore und Geldautomaten bei Bankfilialen buchstaeblich aus der Wand, luden sie auf, schweissten sie woaenders auf und verschwanden wieder.

Haette, drei Tage vor einem solchen ersten Ereignis, ein Kriminalkommissar an der Polizeihochschule einen Vortrag halten koennen: "Leute, demnaechst passiert folgendes"??? Wahrlich doch nicht, oder?

Das waren aber "normale" Zeiten. Alle Elemente waren vorhanden: Waelder, Geldautomaten, PKWs, Stahlseile, Schweissbrenner ...

Und trotzdem reicht die konkrete Phantasie und Vorausschau nicht aus. Woher weiss ich das? Weil ... sonst kein einziger Geldautomat sich haette aus der Wand loesen lassen, weil er doch vorsorglich besser verankert gewesen waere, oder etwa nicht? Da haetten doch die Gutachter der Deutschen Sachversicherer drauf gedrungen!

Wie soll CrisisMaven also wissen, was "nach" dem EMP-Ereignis "genau" passiert? Ich weiss ja nicht mal, was "vor" dem Urknall war ...

Darum kann ich immer nur wieder sagen, auch wenn das wie eine fadenscheinige Ausrede klingen mag: das Gold zwischen den Ohren mehren - denn meine Beratungskapazitaet ist dadurch auch zu "normalen" Zeiten, "vor" dem EMP dreistellige Stundensaetze wert. Falsch kann das nicht sein.

Danach weiss ich zwar nicht, "wo heben", aber ... ich weiss stets in Umrissen, was gerade noch so geht und was nicht. Das ist ein Konglomerat aus Atomtechnik, Baustatik, Vernehmungspsychologie, Kunde von Backhefe, Pflanzenkunde, Werkzeugkunde, Ethnologie, etwas Sprach- und Geschichtskenntnis, Chemie, Explosivstoffe, Medizin, Trainings- und Ernaehrungslehre usw. usf.

"Mehr" kann man (ich jedenfalls) m.E. nicht tun. Mir gibt jedenfalls alles andere, das "materielle", kein erhoehtes Sicherheitsgefuehl, und zwar ... je mehr ich weiss.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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