Danke für den Text - hier die Version "Quick and Dirty"
Danke für den ausführlichen Text. So in etwa hatte ich mir das auch ausgerechnet. Eine solche umfassende Lösung liegt für mich aber derzeit nicht an. Auch fürchte ich, dass man spätestens nach einer Woche „Besuch“ bekommen wird (je nach Lage der Immobilie) und dass die Früchte der Arbeit dann andere genießen. Zudem ist das natürlich eine kostspielige Investition. - Sie könnte noch ergänzt werden durch eine Wasserversorgung (Frischwasser/Brauchwasser) und eine Kläranlage. Diese Zusatzinvestitionen würden sich samt Arbeitszeit nochmals auf 15.000 bis 20.000 belaufen.
Ich persönlich begnüge mich derzeit mit dem Thema „Quick and Dirty“. Zum einen da mir derzeit die Mittel für eine solche Investition nicht zur Verfügung stehen und zum anderen weil ich vermute, dass „wir“ hier relativ schnell „Besuch“ bekommen würden im wirklichen Ernstfall.
Mein „Krisenszenario“ geht eher in folgende Richtung:
* unregelmäßige Stromausfälle
* Preiserhöhungen bei den gesamten Kommunalgebühren
z.B. Erhöhung der Stromkosten, der Wassergebühren, der Abfallgebühren, der Schmutzwassergebühren, der Niederschlagswassergebühren, der GEZ-Gebühren,etc. (da würde sich eine Abwasser/Wasser-Installation sowie Solar/Wind lohnen um die Kosten zu drücken)
* Preiserhöhungen lebensnotwendiger Produkte (Lebensmittel) und Dienstleistungen (Reparaturen).
Das Thema „Wasser“ schlägt für EFHs mit Garten erheblich zu Buche, denn der Regenwasseranteil wird nach der gesamten Dachfläche berechnet und das Brauchwasser wird anhand des benutzen Frischwassers berechnet. Jeder Liter verbrauchten Wassers (Gartenbewässerung bei Hitzeperioden) muss also doppelt bezahlt werden.
Insofern würde ich an erster Stelle versuchen, mich in Bezug auf Langzeitprojekte auf solche „Probleme“ einzustellen. Zudem würde ich empfehlen, den gesamten Haushalt auf Energieverschwendung durchzuschauen. z. B. Die Kühl-Gefrier-Kombination nicht unbedingt nehmen dem Herd oder dem Backofen zu plazieren und schauen, welche Gefrierprodukte „man“ durch frische oder getrocknete Produkte und „kochen“ ersetzen kann. Auch sieht es für mich derzeit so aus, dass man auch auf geringem Raum im Selbstanbau gewisse schnell wachsende Sorten (Salat, Kräuter, Gemüse, Sprotten etc.) ziehen kann um wenigstens gewisse Vitamine und Mineralien frisch zu bekommen.
Was den tatsächlichen Stromausfall betrifft, so schlage ich folgendes vor:
eine oder zwei kleine oder mittlere Gel-Batterie ins Haus holen (ab unter 100 Euro)
Spannungswandler (ggf. Sinus-Spannungswandler wenn empfindliche Geräte)
Batterieladegerät
LED-Birnen und Niedrig-Watt-LEDs
ggf. auch preiswerten Generator zum Laden der Batterie
Gaskocher/Gaskochplatte (mit Flasche oder Campingkocher mit Kartuschen)
Wassertank für Frischwasser(mehrere 20 l Tanks oder 60 l je nach Platz)
Regenwassertank
Ggf. 12 v Tauchpumpe zum bequemen Entleeren der Tanks (Kosten ca. 20 €)
Heizungsersatz (z.B. Ofen, Kamin, Petroleumofen)
Die Gel-Batterien kann man ganz unproblematisch überall im Haushalt unterstellen und mit einem Spannungswandler sogar normale Gerätschaften benutze (Licht, Computer aufladen etc.) . Beschäftigen sollte man sich allerdings damit, wieviel STROM für die diversen Aktivitäten benötigt wird. So eine Batterie ist sehr schnell leer, wenn man sich nicht vorher damit beschäftigt und auch sehr schnell kaputt, wenn man sie nicht „gut“ behandelt. Informationen darüber gibt es im Internet mehr als genug.
Gute Informationen findet man bei Camping- und Schiffsausstattern, denn die müssen alle solche Probleme lösen.
Wenn man sich einmal mit einer solchen Installation beschäftigt hat, dann begreift man, wie viel Strom man „verschwendet“. D.h. In erster Linie geht es bei einer solchen Notstromversorgung darum, Strom zu SPAREN! Also Lampen mit preiswerten LEDs ausstatten (Stehlampen, Tischlampen, Verlängerungssschnüre, Mehrfachstecker etc.) und schauen, dass man ggf. auch LEDs bekommt, die sehr sparsam Licht erzeugen. Eine Notstrombeleuchtung für Flure etc. geht bereits mit 1 W Birnen. Wenn man das Ganze über 12 V laufen läßt, dann spart man den Strom für den Spannungswandler. Die Spannungswandler sind aber oft mit einem Batterieschutz ausgestattet, d.h. Wenn die Batterie zu stark entladen wird, dann schaltet der Spannungswandler ab.
Das Kochen mit Elektrizität ist im Falle von Stromausfällen eh hinfällig. Vielleicht lernt dabei der eine oder andere auch, dass Kochen mit Strom etwa 4 x so teuer ist, wie Kochen mit Gas und beginnt, seine Kücheninfrastruktur umzustellen. Ich habe mir so etwas eingerichtet und auch das verächtliche Schnauben unseres Heizungsinstallateurs hingenommen, der meinte, dies sei nicht mehr zeitgemäß und ich könne doch eine Leitung vom Keller aus...... er schließe mir „so etwas“ jedenfalls nicht an, denn er könne das nicht (höfliche Umschreibung für nicht wollen). Glücklicherweise gibt es aber noch Gasinstallateure, die das können und mit Freude machen. Solche muss man sich beizeiten suchen.
Die Heizung ist natürlich in Winterzeiten ein ernsthaftes Problem. Ich sehe keine andere Möglichkeit, als sich einen Kaminofen, einen Kamin (selbst gute Ethanol-Kamine bringen eine gewisse Heizleistung) oder ein Petroleumheizgerät anzuschaffen. Petroleumheizgeräte gibt es relativ preiswert auch für den Innenbereich. Gasheizöfen sind wohl noch preiswerter aber dabei habe ich ein mulmiges Gefühl. Auf gar keinen Fall aber mit Gas-Heizaufsätzen für Kochfelder heizen!!!! Das ist gefährlich! Ganz generell erwärmt aber das Kochen (wenn es nicht gerade Induktion ist), die Küche.
Tja..... ein guter Wasserfilter wäre da noch zu nennen. Die Firma Katadyn bietet da etliches an aber man kann sich auch einmal die Big Berkey-Wasserfilter anschauen. Sie werden in Krisengebieten eingesetzt. Youtube bringt eine ganze Reihe von Videos aus den USA, denn da scheinen bisweilen die merkwürdigsten Dinge aus dem Wasserhahn zu kommen und die Leute kompensieren das mit solchen Filtern. http://berkey-waterfilters.co.uk/?gclid=CO22_4--iscCFbLJtAodyBIAEw
Tja, die Toilette ist noch so ein Thema...... im Zweifelsfalle die Badewanne füllen und einen Wassereimer daneben stellen. Oder doch eine Komposttoilette auf den Balkon..... nach ja, der Phantasie bleiben keine Grenzen gesetzt.
Finanziell ist man mit einigen Hundert Euro dabei, kann aber auch leicht einige Tausend Euro ausgeben, je nach Gusto und Geldbörse.
--
For entertainment purposes only.