lesenswerter Artikel zur Flüchtlingsproblematik. Wo steht der Feind?
Bei eigentümlich frei hat Felix Honekamp ein sich zuspitzendes Problem allseitig beleuchtet.
Der Artikel hebt sich wohltuend ab von allgemeinen Gegreine (siehe Sascha Lob oder Till Schweiger).
Auszüge:
Darunter aber auch Frauen und Kinder, die die Strapazen und den Verlust von Hab und Gut in Kauf nehmen, um dem Horror, der mal ihr Zuhause war, zu entrinnen. Darunter sind Christen, nicht eben wenige, die unter muslimischer Verfolgung leiden, aber auch Muslime selbst, die mit dem radikalen Islam so wenig anfangen können wie unsereins mit radikalen christlichen Sekten, auch wenn die in aller Regel wenigstens keine tödliche Gefahr darstellen.
Unter ihnen – wir sollten nicht blauäugig sein – sind auch jede Menge, wenn nicht die Mehrheit, sogenannte „Illegale“: Menschen, die nicht politisch oder religiös verfolgt werden und nicht aus einem Kriegsgebiet im engeren Sinne stammen, aber vor dem Elend in den Norden fliehen, in dem Milch und Honig fließen, so meinen viele jedenfalls.
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Und wieder erschreckende Bilder: Demonstrationen vor Flüchtlingsheimen, hier und da ein Hitlergruß, Beschimpfungen. Brandanschläge auf Häuser, die zu Flüchtlingsheimen werden sollen. Die Botschaft überwiegend klar: Ihr seid nicht willkommen! Unbeholfene Versuche der Lokalpolitik, das Zusammenleben mit Flüchtlingen möglichst konfliktfrei zu gestalten, dazu die Aufforderung an einheimische Frauen und Mädchen, keine Hotpants oder Ähnliches zu tragen. Sollten die sich nicht uns anpassen, statt wir uns denen?
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Und da stehen also Demonstranten vor Heimen, in denen Kinder nach Schutz und Geborgenheit suchen. Kinder, die eigentlich schon keine Kinder mehr sein dürfen, seit sie das erste Mal von Schüssen geweckt wurden, seit sie auf der Flucht sind und vermutlich mitbekommen, dass sie als Problem betrachtet werden, selbst von denen, die wohlgesonnen sind.
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Die Sorgen derjenigen, die sich zu Demonstrationen vor Flüchtlings- und Asylantenheimen zusammenfinden, kann man nicht einfach wegwischen. Jede Kritik an der Asylpolitik, jedes Hinterfragen der Integrationsfähigkeit von Menschenmassen, jeden Ruf nach gerechterer Verteilung von Flüchtlingen zwischen den Bundesländern und auch zwischen den Staaten der EU mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus abzutun, hat uns genau dahin geführt, wo wir jetzt stehen:
Zu „Heil-Hitler“-grölenden Demonstranten, zu abgebrannten Heimen, in denen nur aus Zufall bislang niemand ums Leben gekommen ist, und zu Totschlagargumenten, wie dem, man könne als Befürworter der Flüchtlingsaufnahme ja sein eigenes Haus zur Verfügung stellen.
Viele der von den Kritikern vorgebrachten Argumente sind aber richtig und gehören berücksichtigt und gehört.
Und wenn führende Politiker nicht reagieren und sich auf den Standpunkt stellen, das seien alles Rechte und Nazis, dann tragen sie Mitverantwortung für die Eskalation, die sich im Moment Schritt für Schritt abzeichnet.
Darum gehören die Demos vor die Parlamente und die Sitze der führenden Parteien und nicht vor die Flüchtlingsheime.
Das geflohene Kind und seine Eltern sind jedenfalls die falschen Adressaten!
Quelle: http://ef-magazin.de/2015/07/30/7226-asylpolitik-wo-steht-der-feind
Exakt so ist es!
mfG
nereus