29.06.2015, 00:33 Uhr

nemo, Montag, 29.06.2015, 14:17 (vor 3861 Tagen) @ azur5716 Views
bearbeitet von nemo, Montag, 29.06.2015, 14:32

Hallo nemo,

Dabei ist es einfach: Wenn es z. B. die Aussage gibt, dass Deine letzte
Antwort von 29.06.2015, 00:33 stammt, dann ist diese entweder wahr, weil
mit der Wirklichkeit übereinstimmend, oder nicht, weil von der
Wirklichkeit abweichend.

Und das ist dann nicht, wie das auch bezeichnet wird, eine subjektive
Wahrheit (besser Wahrnehmung, oder auch subjektive Wirklichkeit), sondern
bezogen auf die objektiven Fakten, die gemeinsame und die eigentliche
Wirklichkeit, die von Wahrnehmungen unabhängig ist.


Hallo Azur,

die Aussage, dass es am 29.06.2015, 00:33 eine Mail von Dir gegeben hat, ist in gewisser Weise
wahr. Aber nur für den westlichen Menschen, der sich einen Kalender konstruiert hat und sich
auf dieses Zeitmaß geeinigt hat. Nur innerhalb dieses Kalenderkonstruktes ist die Aussage wahr.

Einem Regenwald-Indianer müsste man erstmal das Konstrukt des Kalenders erklären und
ihm klar machen, dass es einen Religionsstifter gab, zu dessen Ehren sein angenommenes
Geburtsjahr als Ausgangspunkt des Kalenders dient.

Die Maya haben ebenfalls einen sehr komplexen Kalender, der jedoch um einiges intelligenter
ist als unser. Darin gibt es keine lineare Zeit, sondern Zeitqualitäten die sich spiralförmig
entwickeln. Dort macht es einen qualitativen Unterschied, ob wir vom 29.6.2015 oder vom
29.6.2014 sprechen. Es ist nicht einfach nur das mechanische Fortschreiten von Zahlenfolgen,
sondern Schnittpunkte verschiedener kosmischer Einflüsse.

Um diese Wirklichkeit der Maya zu verstehen, müssten wir den Kalender studieren und
innerhalb dieses Systems leben. Erst dann wird eine Wirklichkeit daraus. Viele Maya
in Mexiko und Guatemala leben noch heute nach diesem Kalender, der ihnen sinnvoller
erscheint als einfache Zahlenfolgen. Sie leben daher in einer anderen – komplexeren –
Zeit als wir.

Dabei ist jeder Kalender nur ein Hilfsmittel, auf das wir uns geeinigt haben. Das individuelle
Zeitempfinden ist jedoch verschieden.

Ebenso ist das Rechtssystem nur eine Beschreibung und ein Hilfsmittel auf das wir uns geeinigt
haben und nicht die Wirklichkeit. Im Regenwald ist unser Rechtssystem völlig bedeutungslos.
Auch die Urknall-Theorie und Darwins Evolutionstheorie sind nur Beschreibungen.

Auch ist kein einziger Tag, keine Minute und keine Sekunde dieselbe wie vorher. Nur wenn
wir davon ausgehen, dass es eine lineare Zeit gibt, die völlig sinnlos von Jahr zu Jahr
fortschreitet, gäbe es eine feststehende Wirklichkeit.

Damit nähern wir uns langsam dem Kern der Sache. Wenn wir in einer nicht linearen Zeit
existieren, dann gibt es keine feststehende Wirklichkeit. Aber genau das ist dem Materialisten
nicht bewusst. Das sinnlose materielle Weltbild geht davon aus, dass Wirklichkeit – also alles
Leben – aus der Materie entsteht. Das dort also der Anfang ist. Im Gegenteil zu allen
Religionen, die davon ausgehen, dass das Leben zuerst im Geiste geboren wird und die
materielle Erscheinung das Endresultat des Lebens ist. So auch der Buddhismus. Wenn das
so ist, dann begann die Schöpfung in höheren Welten oder Dimensionen. Diese stellen eine
höhere Art der Wirklichkeit dar. Die letzte Instanz der Wirklichkeit wäre demnach Gott
oder der Adler, oder Brahma oder Allah. Was können wir über diese Wirklichkeit sagen?

Gruß
nemo


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