Nochmals ganz genau ..

Beo2, NRW Witten, Mittwoch, 03.06.2015, 11:31 (vor 3879 Tagen) @ Silberengel3555 Views

Die Höhe der BIP-Wachstumsrate ist nicht die Höhe der Sparquote. Das sind nun mal Äpfel mit Birnen.
Erst ist nämlich die Prozentbasis für die Sparquote das BIP also 100% = 2 Bio., und bei einem Wachstum von 2% ist die neue Prozentbasis für die Sparquote 102% = 2,04 Bio.

Also nochmals und ganz genau:

Angenommen, wir haben gerade ein Wi.jahr abgeschlossen, das Jahr 2014. Das BIP ist in diesem Jahr (2014) um 2% gegenüber dem Jahr 2013 auf die Höhe von 2 Bio. gewachsen. Wie hoch die Sparquote im Jahr 2014 war (gemessen am BIP des Jahres 2013 oder 2014), interessiert uns nicht.
Wir wollen nun wissen, wieviel in der nun beginnenden Periode 2015 maximal gespart werden "darf" - gemäß meiner (Gleichgewichts-) Theorie - wenn gilt: Sparquote ≤ BIP-Wachstumsrate. Dies ist meine exakte Formel.

Wir wissen ja noch gar nicht, wie hoch das BIP im Jahr 2015 letztlich sein wird, was ja auch und gerade von der Höhe der Sparquote abhängt .. also müssen wir uns notgedrungen auf das BIP des Jahres 2014 beziehen als das bereits handfest vorhandene Maß der momentanen Leistungskraft der VoWi. Dann gilt:

2 Bio. im Jahr 2014 sind 102% des BIP vom Jahr 2013. Das BIP in 2013 muss also gewesen sein: 1,9608 Bio.. Es ist dann im Jahr 2014 um 0,0392 Bio. (2%) gewachsen. Das sind knappe 40 Mrd.. Soviel "darf" nach meinem Optimalmodell im Jahr 2015 maximal gespart werden, z.B. unter der Matratze oder auf dem Sparbuch. Das sind: (0,0392 : 2) x 100 = 1,96%; also nicht ganz 2% von 2 Bio., d.h. vom BIP des Jahres 2014.
Werden von allen Einkommen im 2015 knappe 40 Mrd. tatsächlich gespart, also nicht ausgegeben werden, sondern zum bereits vorhandenen Geldvermögen vom Ende 2014 bis auf weiteres hinzugefügt (gehortet), so muss das BIP im Jahr 2015 wieder auf das Niveau des Jahres 2013 sinken, da Unternehmen auf einem Teil ihrer Ware sitzen bleiben - wenn die Höhe der Gesamtverschuldung, die Geldmenge M1 und die Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge M1 unverändert bleiben. Und damit sinkt auch das Einkommensvolumen im Jahr 2015 im gleichen Maße.
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Übrigens, wenn Jemand Einkommenszuwächse (in %) erzielt, die höher sind als die BIP-Wachstumsrate, so ist das nur möglich, wenn Andere entsprechende Einkommenseinbußen erlitten haben. So findet gegenwärtig eine Umverteilung von Einkommen von unten nach oben, bei gleichbleibendem Einkommensvolumen. Der Abstand zwischen dem Einkommen-Mittelwert und dem Median wächst, indem der Median sinkt (bei gleichbleibendem Mittelwert). Mit anderen Worten: Die Einkommensverteilung wird immer schiefer (Median << Mittelwert), was objektiv und mathematisch belegbar ist.
Die günstigste, optimale Einkommensverteilung in jeder VoWi ist die sog. Gauß'sche Normalverteilung (Median = Mittelwert, etc.), die u.a. völlig symmetrisch ist nach beiden Seiten des Mittelwertes. Sie ist typisch für alle variablen Merkmale von stabilen natürlichen Populationen.

Gruß, Beo2


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