Schuldenakkumulation lässt sich durch staatlichen „Negativzins" nicht verhindern

Silberengel, Samstag, 30.05.2015, 15:21 (vor 3882 Tagen) @ Leserzuschrift5222 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 30.05.2015, 15:29

Liebe Foristen,

Hallöle

Deine Beiträge und Diskussionen waren ja immer erfrischend hier, wenn man sich im Archiv umschaut.

Ich denke aber, das Thema ist hier schon ausreichend bis zum Erbrechen diskutiert worden.
Die Notwendigkeit der Schuldenakkumulation, um Deflation zu vermeiden, lässt sich durch staatlichen „Negativzins" oder staatliche Geldpolitik nicht beseitigen.

Oder gibt es neue Erkenntnisse?


Dazu auch dottore:

ein Monopol ist definitionsgemäß ein Phänomen, bei dem ein (griech. = "monos") Verkäufer/Anbieter (ex griech. = "polein") eine Vielzahl von Nachfragern gegenüber steht.

Da wir nicht einen einzigen "Horter" (Sparer) haben, sondern deren sehr viele, ist der Begriff "Hortungsmonopol" ein Unding. Wir haben es vielmehr mit einem Hortungs/Sparer-Polypol zu tun (griech. "poly" = viele). Der gesamte Monetär-Markt ist ein beidseitiges Polypol / Polypson.

Das ist keine Teufelei, sondern die normalste und überdies freiwilligste Sache der Welt. Und da Du von "Marktwirtschaft" sprichst: Es ist ihr Essential, jedem einzelnen Marktteilnehmer zu überlassen, wie er sich auf der Angebots- und Nachfrageseite verhalten möchte.

Alles andere wären marktwidrige Eingriffe.

Auch die Aussage von H. Flassbeck: „Solange die Bürger sparen, muss sich auch jemand verschulden“, halte ich für zwar nicht gänzlich falsch aber auch nicht unbedingt für richtig.
Das hieße im Umkehrschluss, wenn alle mehr konsumieren, entstehen keine Akkumulationen mehr bzw. kein Liquiditätsmangel mehr.

nachdem der Gedanke der Bargeldabschaffung zur Ermöglichung negativer
Nominalzinsen jetzt bei den "Eliten" offensichtlich populärer wird,

Bargeldabschaffung braucht man nicht mehr, um eine deflationäre
Depression zu vermeiden!
Man kann das gleiche Ergebnis, einen nachhaltig funktionalen Debitismus,
auch ohne solche Freiheitsverluste erreichen. Man sollte dazu nur bei der
Altersvorsorge wieder komplett zurück zur Umlage (Blüm) und dauerhafte
Nullzinserwartungen durch geänderte Refinanzierung der Banken schaffen.

Wieso sollte Umlage nachhaltiger sein? Und gespart (Haushalt und Unternehmen) wird auch bei Nullzinserwartungen. Wenn nicht in Versicherungspolicen u.ä. dann halt („ohne Freiheitsverluste" )auf der Bank.
Und wieso der Umweg über Bargeldabschaffung? „Nominal negative Zinsen" nimmt der Staat doch z.B. über die Kapitalertragssteuer ein. Die könnte sogar auch progressiv sein. Es bräuchte generell ein gerechteres Steuersystem.

Du nimmst an, dass durch die Umlage (sprich Konsum statt Verleihen) die debitistische Aufschuldung unterbrochen wird und die internationalen Handelsbilanzungleichgewichte beseitigt werden? Also das Ende der Verschuldungsketten?
Wie kontrollierst DU die globalen Geldströme?

Global vernetzte Volkswirtschaften lassen sich mMN geldpolitisch nicht steuern und strukturelle Probleme sich so nicht lösen. Wie willst Du die Akkumulation verhindern?

Ganz nebenbei löst die dafür nötige Kreditsteuer auch noch ein
Grundproblem einer Gemeinschaftswährung – eine nationale oder sogar
regionale Geldpolitik wird wieder möglich.

Nope

beste Grüße, Onkel Jörg :-)

Sonnige Grüße


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