Sparquote und realer BIP-Zuwachs sind verschiedene Größen (Äpfel mit Birnen)

Silberengel, Sonntag, 31.05.2015, 10:19 (vor 3881 Tagen) @ Beo24260 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 31.05.2015, 10:29

Hallo Beo

Meiner Meinung nach muss die Netto-Sparquote stetig und langsam bis auf
die Höhe der BIP-Wachstumsrate gesenkt werden.

Was heute gespart wird, sind monetäre Anteile am zukünftigen Güterausstoß zu Marktpreisen, Der Güteroutput leitet sich wiederum aus der Produktivität ab.

Je nachdem, wieviel von diesen monetären gesparten Anteilen in Güter umgewandelt werden, daraus ergibt sich dann das BIP zu den Preisen x.

Professor Hörmann(?) z. B. sagt, es könnte nur der Produktivitätszuwachs p.a. – also die Steigerung des Outputs pro Inputeinheit, die eine positive Veränderung des Verhältnisses von Produktionsergebnis zu den dafür eingesetzten Produktionsfaktoren, z. B. Arbeit, Kapital und Umwelt, im Zeitverlauf erwirkt – zu konstanten Preisen(!) verteilt werden.

Man kann ergo nicht MEHR Güter verteilen als produziert werden. Produktivität ist ein Mengenverhältnis. Es geht immer um Mengen (Strom- oder Bestandsgrößen) wie z. B. Maschinenstunden, Arbeitsstunden, Anzahl der Arbeiter etc.
Wenn alles teurer wird bzw. nur das nominale BIP wächst (Inflation), ist noch nicht unbedingt die Produktivität gestiegen.

Dabei wird aber versäumt, dass der Güterausstoß (BIP-Zuwachs) durch Schulden/Kredite mit zukünftigen Fristen produziert werden. Daraus ergibt sich dann die Nettosparquote. Also erst das Kreditvolumen mit der zugehörigen Fristenstruktur, dann die Sparquote - das hat @Ashitaka immer etwas besser erklärt.

Sparquote = BIP-Zuwachs sind feuchte monetaristische Träume, zumal sie die Fristen negieren :-)

Das Dilemma zwischen nominell variablen Vermögenswerten auf der Aktiva und nominell fixierten („zikulierenden") Guthaben auf der Passiva der Bilanz bei der Kreditentstehung kann man nicht auflösen, habe ich hier irgendwo mal gelesen.


Sonnige Grüße


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