Das Bier in der einen Hand, die andere fuhr permanent zur Schüssel mit den Chips.
Die Dame (bzw. Regie) hätte einfach zur Hinterfragung auffordern müssen,
hätte ihren aufklärerischen Drang (*hüstel!*) dazu nutzen sollen, dem
Zuschauer die Tür für Hinterfragungen des Holocausts zu öffnen. Doch das
ganze Interview läuft auf das exakte Gegenteil hinaus. "Endlich hat mal
wer was zum Holocaust gesagt, etwas was man nicht andauernd hört! Habt ihr
das mit Nepal gehört?! Wir Deutschen sind jetzt dahin unterwegs!
Müller-Wohlfahrt auch dabei?"
Hätte dies, hätte das!
Ich hatte mal in einer Kneipe einen stark übergewichtigen Fußballfan bei einer Übertragung eines Spiels seiner Lieblingsmannschaft beobachten dürfen. Der trug mit seinen Aufregern erheblich zur Stimmung bei. Das Bier in der einen Hand, die andere fuhr permanent zur Schüssel mit den Chips. Und zwischendurch feuerte er die Spieler seiner Mannschaft an: "Renn doch schneller, Du faule Sau!", "Gib doch ab Du Vollidiot!", usw.
Es brauch keine scheinheilige Empörung, sondern Hinterfragungen. Mit
solch albernen Interviews wird der Bürger genau soweit konditioniert, dass
er annimmt, eine solche Hinterfragung hätte bereits Ergebnisse geliefert
und er könne sich deshalb nun wieder seinem Sky-Abo widmen, sich
genüsslich die Eier kraulen oder sich sonst wie empören!
Natürlich. An das, was Du hier im Gelben leistest, auch noch anonym und in Heimarbeit, kommt doch kein anderer ran.
"Man sieht die Flöhe viel eher auf einem weißen Tuch als auf einem schwarzen, pflegte Johann Geiler von Kaysersberg denen zu sagen, die gute, ehrliche Leute wegen kleiner Mängel verhöhnten."
Julius Wilhelm Zincgref