Spin der Machtlosen?

nereus, Montag, 27.04.2015, 09:49 (vor 3915 Tagen) @ re-aktionaer6879 Views

Hallo re-aktionaer!

Deine Hinweise sind in der Tat bedenkenswert.

Du schreibst: und das gibt mir noch mehr zu denken, lässt man eine Revisionistin unzensiert und offen im Öffentlich Rechtlichen reden. Die Redaktion schützt sich selbst, mit der Wahl der Überschrift "Hört wie böse sie hetzt" aber man lässt sie eben reden. Es wäre ein Leichtes, ein solches Interview zu einem wirren Gestammel zusammen zu kürzen. Es wäre einfach, die Dame im Interview zu unterbrechen, die Gegenbeweise zu zeigen etc... Tut man aber nicht. Man nimmt noch dazu eine drollige, rüstige Oma, keinen verwitterten verbissenen Mann. Das ist eine neue Qualität. Was passiert hier?

Nun, ich gehe davon aus, daß die Herrschaft USraels in Deutschland auf etwa den gleichen tönernen Füßen steht, wie es die SED-Herrschaft war als diese einst von Moskau mit Kasernen und Panzern legitimiert wurde.
Was man wirklich denkt – auch in den höheren Etagen – ließ sich doch sehr gut hier erkennen.

Im Herbst 1998 erhielt Martin Walser den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seinem „Versuch einer Sonntagsrede“ am 11. Oktober in der Paulskirche wandte er sich gegen die „Instrumentalisierung des Holocausts“ und bekannte, die Überpräsenz der Bilder von Auschwitz würden ihn eher zum Wegsehen motivieren. Auschwitz dürfe nicht zur „Moralkeule“ verkommen, die „Dauerpräsentation unserer Schande“ würde von einigen Leuten dazu missbraucht, den Deutschen wehzutun oder gar politische Forderungen daraus abzuleiten. Der, der ständig diese Verbrechen thematisiere, fühle sich den Mitmenschen moralisch überlegen. Die Rede bekam Standing Ovations, Walsers Verleger Siegfried Unseld kannte die Rede vorher und nahm keinen Anstoß daran. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis, warf Walser vor, dass er wegsehen wolle und rechten Revisionisten die Gelegenheit gäbe, sich auf ihn zu berufen. In der Folge kam es zu massiven Protesten und kontroversen Debatten um die Rede.

Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/martin-walser-michel-friedman-deb...

Wir dürfen davon ausgehen, daß die meisten Altgedienten im Bilde sind, sich jedoch mit den herrschenden Zuständen arrangieren, so lange ihr „Futterkorb“ ausreichend gefüllt wird.
Germar Rudolf hat hunderte von Büchern und Dokumenten Anfang der Neunziger an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens versandt und um Diskussion gebeten.
Keiner hat sich gemeldet. Wir müssen nicht fragen, warum?

Das jahrzehntelange Arrangement hat allerdings jetzt dazu geführt, daß diese Riege sich selbst in ein Gefängnis gesperrt hat aus dem es nun kein Entrinnen mehr gibt.
Es kotzt sie inzwischen maßlos an, aber wer als erster aufsteht, wird aus dem Saal geführt und „erschossen“ – im Sinne von ruiniert. Deswegen trauen sie sich jetzt noch viel weniger.

Da aber der Druck im Kessel immer weiter steigt, ächzt es im Gebälk, die Dichtungen werden brüchig, die alten Leitungen bekommen Lecks und dann tropft es eben von der Decke auf den blütenweißen Teppich.
Wo früher regelmäßig gewartet wurde, im Sinne von Inspektion und Reinigung, wird jetzt nur noch gewartet im Sinne von Abwarten. Und dann kommen solche Episoden eben mal zustande und rutschen durch, ggf. sogar mit leichtem Anschub.

Es könnte aber auch eine Reaktion auf den neuen Prozeß gegen den geständigen Greis Oskar Gröning und anderer Männer im biblischen Alter sein.
Der hat nämlich auf eine ganz andere Art richtig Schmackes.
Gröning war lange zuvor geständig und an der Legende mitgewirkt, siehe u.a. hier:

Der Sammlerfreund schenkt ihm ein Buch, "Die Auschwitz-Lüge" des Altnazis Thies Christophersen. Gröning schickt das Buch zurück, er legt ein paar Blätter Papier dazu, Selbstgeschriebenes, seine Antwort auf Christophersen.
Ich habe alles gesehen, schreibt er. Die Vergasungen, die Verbrennungen, die Selektionen. In Auschwitz sind 1,5 Millionen Juden ermordet worden. Ich war dabei.
Es ist ein Brief an sein Gewissen.
Ein halbes Jahr später werden seine Anmerkungen in einer Neonazi-Zeitschrift veröffentlicht. Gröning kann sich nicht mehr verstecken. Er rennt nach vorn, er sieht eine Chance. Er kann seine Vergangenheit einsetzen, als wäre sie eine Wertmarke. Er könnte zum Kronzeugen gegen die Auschwitz-Lüge werden. Er sieht einen Auftrag, eine Mission. Und mildernde Umstände vielleicht.

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40325395.html

Auch der BBC hat er 2005 Interviews gegeben und die offizielle Geschichte bestätigt.

Doch wer sich mit dem Teufel einläßt, sollte immer mit dem Schlimmsten rechnen.
Seine einstige „Mitarbeit“ hat ihn nicht geschützt.
Jetzt, kurz vor dem irdischen Abgang, zerrt ihn das Schweinesystem, das selbst ums Überleben kämpft, vor Gericht.
Das damit nur noch die Interessen von Schwachmaten – a la Antifa oder System-Marionetten wie Beck, Roth oder Gauck bedient werden – interessiert dabei kaum noch.
Doch wenn jetzt selbst die einstigen Laiendarsteller vor den Opferaltar geführt werden, könnte es nun auch den Dümmsten dämmern, was sie da einst mit angeschoben haben. Und so könnten sich die Mitläufer auf andere Art revanchieren. Das bleibt allerdings pure Spekulation

Die Mitteilungen von Frau Haverbeck stehen übrigens schon länger im Netz, haben aber bisher niemanden vom Sessel gerissen.
Das wird auch diese Sendung nicht schaffen.
Dazu sind die Schlafschafe einfach zu stark konditioniert.

Und, @Ashitaka denkt tatsächlich viel zu kompliziert.
Ich habe in den vergangenen Jahren nun wirklich zahlreiche Diskussionen zum Thema geführt und fast immer gegen eine Wand geredet. Verächtliches Abwinken war noch das mildeste Urteil bis hin zu offener Empörung – "was bildest Du Dir denn eigentlich ein, wir sind tief enttäuscht ..!", bla bla.
Nein diese Schablone ist viel zu sehr festgeklebt und wer hier glaubt mit analytischen Einsprengseln das Ruder rum zu reißen, hat wenig Sinn für die Volksseele.
Da kommt die tapfere Oma schon viel besser rüber.
Aber dennoch, echte Empörung wird es nicht geben.

mfG
nereus


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