Die wichtige Frage lautet hier nicht ...

Ashitaka, Sonntag, 26.04.2015, 11:46 (vor 3916 Tagen) @ Kaltmeister8937 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 26.04.2015, 12:16

..., ob es den Holocaust tatsächlich gegeben hat, sondern weshalb die Antwort auf diese Frage in den öffentlich-rechtlichen Medien, mittels eines 49 minütigen Interviews, so einen ruhigen und konzentriert wirkenden Platz eingeräumt bekommt.

Sehenswert! Sollte man sich anschauen, bevor es aus der Mediathek
verschwindet. Für mich ist rätselhaft, warum Haverbeck hier so frei zu
Wort kommt. Das passt in keiner Weise zum "Bildungsauftrag" unserer
öffentlich-rechtlichen Medien:

Der Zuschauer steht vor seinen Geschichtsbildern, zweifelt, grübelt, fragt sich, ob er nun selbst auch Fragen in der Familie, im Freundeskreis, in der Öffentlichkeit dazu stellen sollte, stellen darf. Und das nicht erst seit gestern, nicht nur bei diesem Thema. Fragen über Fragen, beerdigt durch Theorien über Verschwörungstheorien, d.h. verteidigt durch Verschörungstheoretiker/innen.

Lösen wir das Rätsel:

Nun hat es also eine Person so weit gebracht, dass sie in einem 49 minütigen Interview zahlreiche Ungereimtheiten und fehlenden Antworten in ein - für den Zuschauer - schlüssiges Fazit (die Theorie) verpacken durfte. Diese lautet: "Der Holocaust ist die größte und nachhaltigste Lüge der Geschichte". Und dieses Fazit, so macht es den Eindruck, müsse man als Zuschauer respektieren, so wie es die Medien nun auch respektieren. Niemand ruft dazwischen, die Theorie wird ausführlich erklärt (keine Antworten vom Zentralrat = da hat sich dann wohl wer gegen uns verschwört).

Dass sie die Ernsthaftigkeit ihrer eigenen Fragen durch diese mitgelieferten Antworten (Verschwörungstheorie) erstickt, das merkt niemand. Sie macht sich ganz gezielt vor laufenden Kameras zur bemerkenswerten Verschwörungstheoretikerin. Statt an den interessanten Fragestellungen festzuhalten, die Fragen zu vertiefen, oder den Zuschauer gar aufzufordern, dass man selbst aktiv Fragen stellen sollte, zieht sie sich in ihre fertige Aussage bzw. Theorie zurück (das ist also alles Lüge!). Sie versucht durch diesen vorschnellen Rückzug die Geschichte zu erklären, und, wie es jedem Verschwörungstheoretiker lieb ist, anhand solch rückziehenden Theorien Prognosen für die Zukunft zu erstellen.

Die unterschwellige Antwort des TV-Interviews lautet also:

Nein, du solltest solche Fragen nicht stellen. Hör bitte auf! Siehe doch, Frau Haverbeck hat es bis auf die vordersten Ränge geschafft und hat sich uns allen als Verschwörungstheoretikerin entlarvt. Fragen in Bezug auf den Holocaust führen dich also nur in die Arme von Verschwörungstheoretikern. Keine weiteren Fragen! Oder willst du etwa von Freunden und Bekannten als ein Verschwörungstheoretiker, als jemand der zu jeder Fragestellung gleich die passende Theorie und Prognose mitliefert, abgestempelt werden?

Herzlichst,

Ashitaka

Man muss an den Fragestellungen festhalten, sich davor schützen, vorschnelle Antworten (hier Verschwörungstheorien) zu akzeptieren bzw. sich damit in Verbindung bringen zu lassen. Das Problem ist, dass wir uns viel zu schnell auf Theorien anderer Personen(gruppen) einlassen (wollen bzw. sollen), statt uns selbst ernsthaft mit den Fragestellungen zu beschäftigen.

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


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