Die Dame argumentiert nicht logisch
Hallo re-aktionaer,
Wäre die Intention gewesen, die Dame auflaufen zu lassen, ihr die
Verschwörungstheorie anzulasten, dann wäre das Interview anders gehalten,
geschnitten und präsentiert worden.
Es ist die Dame selbst, die sich (so scheint es gewollt) als Verschwörungstheoretikerin in den Vordergrund spielt. Ihre Art & Weise, wie sie die eigentlich interessanten Fragen ins Leere laufen lässt ("ich bekam keine Antwort, also ist alles eine Lüge!" "die Wahrheit muss nicht per Gesetz beschützt werden"), ist so typisch für jemanden, der sich vor dem Festhalten an einer Aufforderung zur Hinterfragung, fürchtet.
Man hätte zum Beispiel das eine oder anere Bildchen von
Nazi-Devotionalien oder ähnlichem Kram, der bei ihr garantiert rumliegt
und hängt reingeschnitten etc...
Das hätte natürlich den verschwörerischen Flow zwischen Zuschauer und der Verkünderin dieser Theorie unterbrochen. Wer will sich schon in eine solche Ecke gedrängt sehen?
Vor allem aber hätte man ihr es spätestens am Schneidetisch unmöglich
gemacht, logische Argumentationslinien zu verfolgen.
Sie argumentiert nicht logisch. Schon im ersten Satz des Interviews wird die fertige Verschwörungstheorie (Lüge) zur Orientierung angeboten. Sie weiß dann etwas, was der Zuschauer glaubt, wissen zu müssen. Anschließend spricht Sie sofort von der Tragweite dieser Verschwörung. Sie erklärt, dass sie keine Antworten auf ihre Fragen bekam. Als Konsequenz fehlender Antworten erklärt sie, dass der Holocaust eine Lüge ist. Sie geht also soweit, dass sie die fehlenden Antworten als Antworten interpretiert. Was bitte soll das Interview? Die Dame redet, ohne tatsächlich zu antworten.
Wäre sie an einer ernsthaften Aufklärung der Geschehnisse interessiert, dann würde sie die Fragen scharf zeichnen und sich nicht auf eine fertige Theorie (keine Antwort = Holocaust hat nicht stattgefunden!) stützen. So würde sie die Fundamente der global wirkenden Geschichte in Vibration setzen, egal ob diese nun wahr oder simuliert sind. Der Interviewer ist hier der notwendige Ersatz, um die eigentlich interessanten Fragestellungen durch "Glauben Sie?" zu ersetzen. Und damit funktioniert es das ganze Interview über: Frau Haverbeck "nimmt an", sie "ist der Meinung", sie "geht davon aus, dass". Man hört es das ganze Interview über. Immer wieder setzt Ursula Haverbeck unterschwellig die "aus der fehlenden Antwort heraus interpretierte Antwort" voraus.
Das Schema der einfachen und logischen Antwort hingegen ist das Schema der
Überzeugung. Dieses Interview ist Propaganda im Sinne der Dame.
Dieses Interview sorgt dafür, dass die eigentlichen Fragen nebensächlich werden. Als Ersatz bietet sie das verschwörerische Gedankenexperiment an, dass wir über 50 Jahre lang in der Schule, die Nachkriegsgenerationen von ihren Eltern belogen wurden. Man achte einmal darauf, wie perfekt der Schnitt auf ein Grinsen vorgenommen wurde, als sie diese Gedanken für den Zuschauer fertig ausformuliert hat. Das Interview ist diesbezüglich mit höchster Vorsicht zu genießen. Es hilft dabei, ein sich beim Zuschauer entwickelndes Interesse für Hinterfragungen des Holocaust zu verhindern, indem es Antworten vorgibt, die sich aus fehlenden Antworten ableiten. Der Zuschauer glaubt vorschnell, dass dort mal endlich jemand Klartext redet. Absurd.
Entweder hat die ARD ein rechtes U-Boot in ihrer Redaktion sitzen oder es
ist was größeres im Busch.
Mehr Auswahl an Gedanken gibt es nicht? Doch, es könnte sich auch um eine produzierte Konditionierung handeln, mit der ernsthafte Hinterfragungen im Keim erstickt werden. Könnte sein, könnte nicht sein. Interessant ist diese Person aufgrund fehlender Antworten und Umkreisung der Fragestellungen jedoch nicht. Sie wirkt nur so, alt und weise, rüstig halt. Der Zuschauer genießt ihre Antworten, obwohl es keine gibt, erbaut sich Theorien, auch weil er den Widerspruch als Antwort sucht, statt an qualvollen und elendig Kraft kostenden Fragestellungen fest hält. Das sind die transparenten Gefängnisse unserer Zeit. Es ist eine Qual für jeden, wenn man erkennt, dass die Wahrheit kein absoluter (gelieferter) Zustand ist, sondern ein Prozess aus bewussten eigenen Hinterfragungen. Unsere Flucht in fertige Antwortengebäude ist den wenigsten bewusst. Und diese Gebäude werden immer höher, sollen sich anscheinend eines Tages von selbst tragen.
Könnte es sein, dass Merkel zum Befreiungsschlag vor dem angeordneten
Russlandfeldzug ausholt? (eine ganz verwegene Theorie ... aber wer weiss
schon?)
Wo wurde denn ein Russlandfeldzug angeordnet?
Herzlichst,
Ashitaka
--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.